Kein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt beide Werke bis Dezember 2024
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, wird bis Dezember seine Produktionsstandorte schließen. Das auf Innenraumkomponenten für Fahrzeuge spezialisierte Unternehmen hat trotz laufender Bemühungen keinen langfristigen Investor gewinnen können. Die Belegschaften an den Standorten Gardelegen und Idar-Oberstein wurden diese Woche über die Entscheidung informiert.
Der Insolvenzverwalter hatte zuvor von einer guten Auftragslage und hoher Kapazitätsauslastung bei Boryszew gesprochen. Doch Verhandlungen mit potenziellen Investoren scheiterten angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in der deutschen Automobilbranche. Das Unternehmen, das zu den größten Zulieferern in Sachsen-Anhalt zählt, gehört unter anderem zur Kundschaft der Volkswagen Gruppe.
Am Standort Gardelegen arbeiten rund 330 Beschäftigte, in Idar-Oberstein etwa 100 Mitarbeiter. Zwar wird die Produktion schrittweise heruntergefahren, doch der Verwalter bestätigte, dass weiterhin nach einer Investorenlösung gesucht werde.
Aktuelle Daten zu Nachfragentrends bei Fahrzeuginnenraumkomponenten in Deutschland lagen von seriösen Quellen nicht vor. Die verfügbaren Informationen bezogen sich stattdessen auf nicht zusammenhängende Themen wie Fahrzeugwartung und Forschungsprojekte.
Von der Schließung betroffen sind über 400 Mitarbeiter an beiden Standorten. Die Produktion soll bis Ende 2024 eingestellt werden, sofern sich nicht doch noch kurzfristig eine Investitionslösung ergibt. Die Entscheidung folgt auf Monate erfolgloser Verhandlungen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern.






