AfD festigt Macht in Sachsen-Anhalt – SPD droht historisches Aus im Landtag
Lia JunitzAfD festigt Macht in Sachsen-Anhalt – SPD droht historisches Aus im Landtag
Deutschlands politische Landschaft verschiebt sich vor entscheidenden Landtagswahlen
Die rechtspopulistische AfD hat ihre Position als stärkste Oppositionskraft in Sachsen-Anhalt gefestigt, während die CDU nach 35 Jahren SPD-Regierung die Macht in Rheinland-Pfalz zurückerobert hat. Die SPD steckt hingegen in einer tiefen Krise – in Sachsen-Anhalt droht sie erstmals in der Geschichte komplett aus dem Landtag auszuschieden.
In Sachsen-Anhalt hält die AfD seit 2016 ungebrochen den zweiten Platz in den Umfragen und liegt 2024 stabil zwischen 25 und 30 Prozent. Ihr Wahlkampf setzt auf antieinwanderungspolitische Parolen, "Recht-und-Ordnung"-Rhetorik und scharfe Angriffe auf die Bundesregierung. Vor der Herbstwahl hat die Partei ihre Aktivitäten intensiviert: mit Social-Media-Kampagnen, lokalen Protesten gegen Migration und provokanten Slogans wie "Remigration" (Massenabschiebungen). Führende Köpfe wie Christoph Berndt treiben Themen wie die Ablehnung des Heizungsgesetzes, Agrarreformen und Forderungen nach mehr direkter Demokratie voran.
Der jüngste Sieg der CDU in Rheinland-Pfalz markiert einen Wendepunkt. Nach 35 Jahren unter SPD-Führung hat Bundesvorsitzender Friedrich Merz die Macht im Land zurückgewonnen – ein Erfolg, der seine Position im anhaltenden Machtkampf mit CSU-Chef Markus Söder stärkt. Doch die Strategie der Union, die Grünen anzugreifen, während sie eine klare Abgrenzung zur AfD aufrechterhält, schränkt ihren Handlungsspielraum ein.
Die SPD hingegen befindet sich im freien Fall. Parteichef Lars Klingbeil verkörpert seit über zwei Jahrzehnten in Spitzenpositionen den Stillstand der Sozialdemokraten. Gebrochene Versprechen wie die verworfene Vermögenssteuer und ein Mangel an klarer Vision haben das Vertrauen der Wähler untergraben. Ohne Kurskorrektur bei Führung und Glaubwürdigkeit könnte die Partei in Sachsen-Anhalt erstmals überhaupt nicht mehr im Landtag vertreten sein – ein historischer Tiefpunkt.
Zusätzliche Brisanz bringt CSU-Politiker Manfred Weber ins Spiel: Er signalisierte mögliche Zusammenarbeit mit der AfD im Europaparlament – zumindest in der Migrationspolitik. Dieser Schritt steht im Kontrast zur inländischen Haltung der Union und wirft Fragen über die künftige Ausrichtung der Partei auf.
Die Serie von Niederlagen der SPD, darunter der Verlust Rheinland-Pfalz', offenbart ihre wachsende Schwäche. Die Herbstwahl in Sachsen-Anhalt könnte ihren Niedergang besiegeln, während die CDU-Gewinne Merz' Einfluss festigen. Der anhaltende Aufstieg der AfD hingegen zementiert ihre Dominanz in der ostdeutschen Politik.






