AfD-Forderung nach NGO-Transparenz entfacht Streit über Fördermillionen und politische Einflussnahme
Michael TextorAfD-Forderung nach NGO-Transparenz entfacht Streit über Fördermillionen und politische Einflussnahme
Streit um staatliche Förderung für NGOs spitzt sich zu – AfD fordert Transparenz, Petition gegen Merz' "Stadtbild"-Äußerungen
Die Auseinandersetzung um staatliche Zuschüsse für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat sich verschärft, nachdem die AfD von Bundesministerien detaillierte Angaben zu finanziellen Unterstützungen angefordert hatte. Die Anfrage, die Fördermittel aus den Jahren 2020 bis 2026 betrifft, deckte Lücken in der Dokumentation auf und löste Kritik an mangelnder Transparenz aus. Unterdessen wurde eine Petition gegen jüngste Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zum "städtischen Image" Deutschlands gestartet.
Die AfD richtete ihre Anfrage an mehrere Ministerien und verlangte Klarheit darüber, welche Organisationen öffentliche Gelder erhalten haben. Als Reaktion veröffentlichte das Bundesinnenministerium eine 39-seitige Liste geförderter NGOs, darunter die Amadeu Antonio Stiftung, das Recherchezentrum Correctiv und die sozialistische Jugendorganisation Die Falken. Auch Projekte zu Themen wie "Queerness" und "Antirassismus" wurden genannt.
Die Bundesregierung räumte jedoch ein, dass keine vollständige Übersicht aller geförderten Initiativen existiert. Beamte begründeten dies damit, dass die Zusammenstellung der Daten "mehrere tausend Arbeitsstunden" erfordern würde – unter anderem, weil noch auf Akten in Papierform zurückgegriffen werden müsse. Viele früher geförderte Projekte tauchen in aktuellen Haushaltsunterlagen nicht mehr auf, was Fragen zur Rechenschaftspflicht aufwirft.
Unabhängig davon kündigte Familienministerin Karin Prien eine Neuausrichtung der Förderpolitik ihres Ressorts an. In der Folge verloren rund 200 NGO-Projekte ihre Zuschüsse. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer breiten Debatte darüber, wie öffentliche Mittel an zivilgesellschaftliche Gruppen vergeben werden.
Die Kontroverse vertiefte sich, als die Gründerin der Initiative Radikale Töchter eine Petition gegen Merz' Kritik an der deutschen Stadtkultur startete. Kritiker werfen der Regierung vor, dass die lückenhafte Dokumentation eine Überprüfung erschwere, ob Förderentscheidungen im öffentlichen Interesse lägen.
Die AfD-Anfrage legte Inkonsistenzen in der Erfassung von NGO-Fördergeldern durch die Ministerien offen – als Hindernisse wurden Papierakten und unvollständige Datensätze genannt. Familienministerin Priens Entscheidung, 200 Zuschüsse zu streichen, markiert eine deutliche politische Wende, während die unvollständige Liste des Innenministeriums weiter Transparenzlücken hinterlässt. Die anhaltende Diskussion ist mittlerweile Teil einer größeren Debatte über politischen Einfluss und die Verwendung von Steuergeldern.






