AfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Kritik an Stimmungsmache
Wilhelm RoskothAfD nutzt Berliner Messerangriffe als Wahlkampfthema – Kritik an Stimmungsmache
Die Berliner AfD treibt die Debatte um Messerangriffe im Wahlkampf voran. Die rechtspopulistische Partei hat eine neue App und einen Bericht veröffentlicht, um auf angebliche Intransparenz bei der Kriminalstatistik hinzuweisen. Kritiker werfen der AfD jedoch vor, das Thema für Stimmungsmache gegen Migranten zu instrumentalisieren und Ängste zu schüren.
Laut Berliner Polizei gab es 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD behauptet nun, ein Vergleich dieser Zahlen mit Polizeieinsätzen zeige erhebliche Lücken in der Berichterstattung. Ihre neu veröffentlichte "Messer-App" dokumentiert Vorfälle der letzten 30 Tage und zeigt Verletzungen sowie Tatorte auf einer interaktiven Karte.
Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, wirft der regierenden Koalition vor, zentrale Details wie die Nationalität von Tatverdächtigen zu verschleiern. Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das diese Daten nicht veröffentlicht. Zudem fordert die Partei detailliertere Angaben zu Verurteilungen und Anklagen, die für 2024 bisher nicht vorliegen.
Die Linke kritisiert den Kurs der AfD scharf und wirft ihr vor, damit Hass gegen Migranten zu schüren. Gleichzeitig stieg auch die Schusswaffenkriminalität deutlich an: 2025 wurden 68 Prozent mehr Waffenstraftaten registriert als im Vorjahr.
Mit ihrer Kampagne zu Messerangriffen setzt die AfD die Berliner Koalitionsregierung weiter unter Druck. Da keine klaren Daten zu Verurteilungen oder zur Herkunft von Tatverdächtigen vorliegen, wird die Diskussion über Transparenz und Kriminalstatistiken anhalten – und das Thema dürfte die anstehenden Wahlen polarisieren.






