20 March 2026, 16:25

Agrarministerkonferenz 2024: Teilerfolge, aber viele Baustellen bleiben

Bunte 1941 Union Seed & Fuel Co. Jahreskatalogabdeckung mit Text "Samen und Geflügelsuppe" und Illustrationen von Samen und Geflügelsuppe.

Agrarministerkonferenz 2024: Teilerfolge, aber viele Baustellen bleiben

Die Agrarministerkonferenz (AMK) 2024 in Bayern endete mit Teilerfolgen und ungelösten Herausforderungen. Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte zog eine zurückhaltende Bilanz der Ergebnisse und verwies sowohl auf Fortschritte als auch auf weiterhin bestehende Probleme. Im Mittelpunkt standen Patentregelungen für Pflanzmaterial, Kürzungen bei Fördermitteln sowie Reformen im Tierschutz – doch nicht alle Vorhaben stießen auf Zustimmung.

Ein zentrales Anliegen der Konferenz war der umfassende Verzicht auf Patente für Pflanzmaterial, um die Kontrolle von Saatgut und Nutzpflanzen durch Konzerne zu verhindern. Staudte warnte insbesondere vor den Risiken von Patenten auf gentechnisch veränderte Organismen und betonte die möglichen langfristigen Folgen für Landwirt:innen. Eine offizielle Stellungnahme der Bundesregierung zu diesem Thema steht jedoch noch aus.

Die AMK bekräftigte zudem ihre Position für eine Gentechnik-freie Landwirtschaft und hielt an den bestehenden Einschränkungen fest. Bei den Diskussionen über Düngeregeln einigte man sich auf ein Verursacherprinzip, das die Kosten für Umweltschäden denen auferlegt, die sie verursachen.

Finanzielle Engpässe prägten weitere Debatten: Ein Vorschlag Niedersachsens für ein freiwilliges Programm zur Reduzierung der Milchproduktion, das Landwirt:innen für Produktionskürzungen entschädigen sollte, fand keine Mehrheit. Schweinehalter:innen, die bereits mit hohen Investitionskosten kämpfen, blieben ohne Unterstützung, nachdem die Bundesregierung ein wichtiges Förderprogramm eingestellt hatte. Positiv zu vermerken ist, dass die geplanten Kürzungen bei der Förderung für Agrarinfrastruktur und Küstenschutz in diesem Jahr abgewendet werden konnten.

Der Tierschutz blieb ein zentrales Thema – die Minister:innen drängten die Bundesregierung, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zügig umzusetzen. Dennoch kritisierte Staudte die Tendenz zu kurzatmigen Agrarpolitik, die Umwelt-, Klima- und Tierschutzziele zugunsten von Schnelllösungen vernachlässige.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Konferenz brachte zwar Teil Erfolge, wie die Sicherung von Infrastrukturmitteln und Fortschritte bei den Düngereformen. Doch Lücken bleiben, insbesondere bei den Patentregelungen und der Unterstützung für die Milchbranche. Ohne eine Zusage der Bundesregierung zum Verbot von Patenten auf Pflanzmaterial und blockierte Initiativen wie das Milchreduktionsprogramm herrscht bei Landwirt:innen und Minister:innen weiterhin Unsicherheit. Die Forderung nach einer beschleunigten Einführung der Tierschutz-Kennzeichnung liegt nun in den Händen Berlins.

Quelle