Asylanträge in Deutschland sinken – doch Grenzzurückweisungen bleiben umstritten
Wilhelm RoskothAsylanträge in Deutschland sinken – doch Grenzzurückweisungen bleiben umstritten
In Deutschland ist die Zahl der Asylanträge in diesem Jahr im Vergleich zu 2024 stark zurückgegangen. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei syrischen Geflüchteten – betroffen sind davon vor allem Deutschland und Österreich. Gleichzeitig steht die Praxis der Bundesregierung, Schutzsuchende an den Binnengrenzen abzuweisen, in der Kritik von Migrationsfachleuten.
2024 hatten vier von fünf Syrern, die in der EU Schutz erhielten, in Deutschland oder Österreich eine neue Heimat gefunden. In diesem Jahr verzeichnen beide Länder jedoch deutlich weniger Anträge. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt den Rückgang vor allem auf Veränderungen in Syrien selbst zurück – nicht auf die Politik Berlins.
Die deutsche Regierung hat kürzlich die Zurückweisungen an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz ausgeweitet. Knaus wirft der Bundesregierung vor, damit gegen EU-Recht zu verstoßen und nur wenig praktischen Nutzen zu erzielen. Die Maßnahmen seien vor allem symbolisch und hätten kaum Einfluss auf die tatsächlichen Migrationszahlen.
Die Idee der Grenzzurückweisungen war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorangetrieben worden. Nun warnt Knaus, dass die aktuellen Maßnahmen weder nachhaltig seien noch langfristig Bestand hätten – und Deutschland vor juristische Probleme stellen könnten.
Der Rückgang der Asylanträge hat den Druck auf Deutschland und Österreich zwar verringert. Doch die Praxis der Zurückweisungen bleibt rechtlich und ethisch umstritten. Experten betonen, dass die eigentlichen Treiber von Migration weit über Grenzkontrollen hinausgehen.






