24 March 2026, 04:21

Bechtle steht vor Führungswechsel und sinkenden Margen im schwierigen IT-Markt

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt nach Branche und Erholungsstatus, mit begleitendem Text, der die wirtschaftliche Erholung angibt.

Bechtle steht vor Führungswechsel und sinkenden Margen im schwierigen IT-Markt

Bechtle formt Führungsebene um: Nach 17 Jahren gibt CEO Thomas Olemotz den Stab weiter

Zum Jahresbeginn 2027 übernimmt Konstantin Ebert die Geschäftsführung bei Bechtle – ein strategischer Wechsel inmitten wachsender Marktherausforderungen. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Thomas Olemotz tritt nach 17 Jahren an der Spitze zurück. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor einem schwierigeren Geschäftsjahr 2026, in dem die Vorsteuermarge auf höchstens fünf Prozent sinken dürfte.

Trotz dieser Belastungen schlägt Bechtle vor, die Dividende stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten – obwohl die Gewinne im vergangenen Jahr rückläufig waren. Die Entscheidung fällt in eine Phase steigender Kosten, anhaltender Chipknappheit und eines jüngsten Kursrutschs auf ein 52-Wochen-Tief.

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Die Bilanz für 2025 zeigte jedoch Widerstandsfähigkeit: Mit einem Geschäftsvolumen von 8,596 Milliarden Euro verzeichnete Bechtle ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein starkes Servicewachstum und eine geringe Verschuldung halfen dem IT-Distributor, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten. Konkurrenten wie Synnex oder 3U hatten dagegen zu kämpfen – Letzterer verbuchte 2025 sogar ein EBITDA-Minus von 3,7 Millionen Euro.

Doch neue Hindernisse zeichnen sich ab: Der globale Mangel an Speicherchips und steigende Kosten treiben die Preise in die Höhe, was Kunden zögern lässt, in neue Technologien zu investieren. Die Bechtle-Aktie gab nach und erreichte ein 52-Wochen-Tief, da Anleger auf die verhaltene Prognose für 2026 reagieren. Die Unternehmensführung kündigte an, bis Mitte 2026 eine genauere Einschätzung zur Chipversorgung und den finanziellen Folgen vorzulegen.

Auch in der Führungsetage gibt es Bewegungen: Antje Leminsky scheidet Ende 2026 aus dem Vorstand aus, wodurch sich das Gremium von vier auf drei Mitglieder verringert. Das neue Trio will interne Prozesse beschleunigen, um das Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen. Zwar entwickelte sich die Bechtle-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten stabiler als die von Wettbewerbern wie Cancom oder 3U – doch die Zukunft bleibt ungewiss angesichts anhaltender Lieferkettenprobleme und sich wandelnder Marktanforderungen.

Der Führungswechsel und der Kostendruck kommen für den IT-Distributor zu einem kritischen Zeitpunkt. Der neue CEO muss Chipengpässe, zurückhaltende Kunden und besorgte Investoren managen – und gleichzeitig das Umsatzziel für 2030 im Blick behalten. Mit einem schlankeren Vorstand und einer konstanten Dividendenpolitik setzt Bechtle auf Kontinuität, auch wenn die Gewinnmargen schrumpfen und der Wettbewerb härter wird.

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