22 March 2026, 02:18

BP verkleinert Raffineriegeschäft und kämpft mit Arbeitskonflikten und Ölpreisschocks

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkleinert Raffineriegeschäft und kämpft mit Arbeitskonflikten und Ölpreisschocks

BP vollzieht angesichts stark steigender Ölpreise und wachsender betrieblicher Herausforderungen tiefgreifende Veränderungen. Das Unternehmen hat 800 Gewerkschaftsmitglieder in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, ausgeschlossen, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert sind. Gleichzeitig verkauft BP seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group – ein Deal, der die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern könnte.

Die Ölmärkte sind von extremer Volatilität geprägt: Die Nordsee-Ölsorte Brent erreichte etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Der Preisschub folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus, die globale Lieferketten massiv beeinträchtigen. Als Reaktion darauf erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um den Schiffsverkehr zu entlasten.

BP treibt nun seine Umstrukturierungspläne voran. Das Unternehmen hat sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 erhöht. Damit soll die finanzielle Lage gestärkt und die zukünftige Liquidität gesichert werden. Auch Desinvestitionen spielen eine zentrale Rolle: Bis 2027 sind Vermögensverkäufe in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar geplant, wovon bereits über 11 Milliarden abgeschlossen wurden.

Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie, die jährlich 12 Millionen Tonnen verarbeitet, bedeutet die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern durch die Klesch Group. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" und erhöhten das Kursziel. Dennoch ist der Marktwert des Konzerns seit Anfang 2024 um etwa 15 Prozent gefallen und liegt damit hinter den Wettbewerbern ExxonMobil und Shell zurück.

Arbeitskonflikte verschärfen die Probleme von BP zusätzlich. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen in der Whiting-Raffinerie wurden 800 Gewerkschaftsmitglieder ausgeschlossen. Die Auseinandersetzung unterstreicht die anhaltenden Spannungen, während das Unternehmen seine finanzielle und operative Neuausrichtung vorantreibt.

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Die jüngsten Maßnahmen von BP erfolgen vor dem Hintergrund hoher Ölpreise, schwächerer Raffineriegewinne und eines zögerlichen Umstiegs auf erneuerbare Energien. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und die verschärften Sparmaßnahmen sollen die Finanzen stabilisieren. Angesichts der Arbeitskämpfe und der schwachen Börsenperformance bleibt der weitere Weg des Konzerns jedoch genau im Blick der Beobachter.

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