Brandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrkräftemangel und Rekord-Schülerzahlen
Ella WeihmannBrandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrkräftemangel und Rekord-Schülerzahlen
Brandenburg steht vor dem größten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Schülerzahlen Rekordhöhen erreichen. Die Krise verschärft sich nach Kürzungen im Bildungsetat, durch die 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte gestrichen wurden. Schulen kämpfen nun damit, den Unterricht überhaupt zu sichern.
Das Land hatte bereits zu Beginn des aktuellen Schuljahres zu wenige Lehrerinnen und Lehrer. Seit dem zweiten Halbjahr müssen die meisten Beschäftigten eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten, um die Lücken zu schließen. Bildungsminister Gordon Hoffmann räumt ein, dass sich die Lage im kommenden Jahr weiter zuspitzen wird – er spricht vom "größten Lehrkräftemangel in der Geschichte Brandenburgs".
Offizielle Statistiken nennen keine genauen Zahlen zu unbesetzten Stellen, doch die Daten zeigen: Brandenburg hat in den vergangenen 15 Jahren mehr Lehrkräfte durch Abwanderung verloren als die meisten anderen Bundesländer. Bundesweit stiegen die unbesetzten Stellen von 8.800 im Schuljahr 2015/16 auf über 14.000 – mit Brandenburg, Sachsen und Berlin als besonders betroffene Regionen. Die Abwanderungsquoten fallen dabei sehr unterschiedlich aus: Sachsen-Anhalt verlor 7,6 Prozent seiner Lehrkräfte dauerhaft, Hessen dagegen nur 1,1 Prozent.
Hoffmann hat Reformen angekündigt, um die Lese- und Rechenkompetenzen der Schüler zu verbessern. Doch selbst die vorgesehene Stundenzahl des Lehrplans kann er für das kommende Jahr nicht garantieren. Der Haushalt 2025 sieht vor, dass Brandenburg noch weniger Lehrkräfte zur Verfügung stehen als je zuvor. Die Schulen müssen nun mit steigenden Schülerzahlen und einer schrumpfenden Belegschaft zurechtkommen. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen droht der Mangel den Unterricht für tausende Kinder zu gefährden.






