20 March 2026, 18:21

Christian Ulmen in der Kritik: Von frauenfeindlicher Comedy zu schweren Vorwürfen

Schwarze und weiße Magazinumschlag mit der Aufschrift 'Humoristische Liste', der einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und schmunzelt.

Christian Ulmen in der Kritik: Von frauenfeindlicher Comedy zu schweren Vorwürfen

Deutscher Komiker Christian Ulmen sieht sich scharfer Kritik an seiner Vergangenheit und seinem Verhalten ausgesetzt. Vorwürfe seiner Ex-Frau, der Moderatorin Collien Fernandes, haben die Debatte über seine umstrittenen TV-Projekte neu entfacht. Viele hinterfragen heute die frauenfeindlichen Untertöne, die sich durch seine Auftritte zogen.

Eines der meistdiskutierten Formate war "Wer will meine Freundin vögeln?", eine Show, in der Männer sich in demütigenden Challenges maßen, um zu beweisen, dass ihre Freundinnen die "heißesten" seien. Die in den mittleren 2000er-Jahren ausgestrahlte Sendung enthielt peinliche Aufgaben wie die Vorstellung eines neuen Freundes bei der Familie der Frau – mit absichtlich katastrophalen Folgen. Wer die Prozedur überstand, erhielt am Ende eine Geldprämie.

Ulmen baute seine Karriere lange auf provokativen, oft sexuell aufgeladenen Humor auf. In "Mein neuer Freund", einer ProSieben-Realityshow aus derselben Zeit, schlüpfte er wöchentlich in die Rolle eines anderen "schrecklichen Freundes". Besonders bekannt wurde seine Figur Alexander von Eich – ein reicher, aristokratischer Snob.

Sein späteres Werk "Jerks" (2017–2023), eine Adaption der dänischen Serie "Klovn", setzte diesen Stil fort. Die Comedy zeigte überzogene, peinliche und sexuell explizite Szenen mit Ulmen und seinem Co-Star Fahri Yardım. Kritiker werfen der Serie vor, dieselben problematischen Dynamiken zu reproduzieren, die bereits in seinen früheren Shows zu beobachten waren.

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Doch die Vorwürfe gegen Ulmen beschränken sich nicht auf sein Bühnenimage. Fernandes wirft ihm tief verstörendes Verhalten vor: Er soll unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, pornografische Inhalte verbreitet, sich auf Dating-Plattformen bewegt und sogar TelefONSEX geführt haben – alles in ihrer Identität. Sie bezeichnet diese Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung".

Die öffentliche Wahrnehmung ihrer Beziehung steht ebenfalls in der Kritik. Als das Paar 2010 an die Öffentlichkeit ging, fragten sich manche Beobachter, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen mit einer "hübschen, aber etwas austauschbaren" Viva-Moderatorin wie Fernandes zusammen sei. Solche Kommentare spiegeln eine Haltung wider, die heute als überholt und herablassend gilt.

Die Missbrauchsüberlebende Gisèle Pelicot hat sich mit einer klaren Position in die Debatte eingeschaltet: "Die Scham muss die Seite wechseln." Ihre Worte unterstreichen die wachsende Forderung nach Verantwortung in Fällen wie diesem.

Die Vorwürfe gegen Ulmen werfen einen Schatten auf seine Comedy-Karriere. Seine einst als "grenzwertig" abgetanen Shows werden nun mit kritischem Blick neu bewertet. Gleichzeitig haben Fernandes' Enthüllungen eine breitere Diskussion über Einverständnis, Ausbeutung und den Umgang mit Frauen in der Branche ausgelöst.

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