Deutsche Schulspiele 2024: Wenn Latein-Sport und Körbe auf der Ems Normalität werden
Ella WeihmannDeutsche Schulspiele 2024: Wenn Latein-Sport und Körbe auf der Ems Normalität werden
Die Deutschen Schulspiele nehmen in diesem Jahr eine umstrittene Wendung
In diesem Jahr sorgen die Deutschen Schulspiele für Kontroversen. Eine Reihe ungewöhnlicher und hochkompetitiver Wettbewerbe verändern, wie junge Schülerinnen und Schüler sich sportlichen und akademischen Herausforderungen stellen.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule absolvierten die Kinder Sportwettkämpfe – vollständig auf Latein und mit dem Rücken zum Publikum. Unterdessen führte die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück einen ungewöhnlichen Führungstest ein: Kleinkinder wurden in nummerierten Weidenkörben auf der Ems treibend sich selbst überlassen.
Im Mittelpunkt der Spiele steht der IronChild-Wettbewerb, ein mehrtägiger Kraftakt, der harte Arbeit, Durchhaltevermögen und Kostenrechnung zu einem zermürbenden Wettbewerb verbindet. Die Klasse 3b, auch bekannt als die Chicago Boys, gehört zu den Teilnehmern. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer Gefahr laufen, eine Gymnasium-Empfehlung zu erhalten.
Bildungsministerin Karin Prien forderte öffentlich eine stärkere Betonung von Leistungswettbewerben bei den Spielen. Konservative Politiker drängen darauf, traditionelle Praktiken in schulische Veranstaltungen zurückzubringen. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter: Er verlangt die Gamification aller Leistungsbewertungen, inklusive eines Ranglistensystems mit käuflichen Spielmarken für Eltern.
Das Bundesbildungsministerium erarbeitet nun einen Vorschlag für leistungsbasierte Kinderspiele – als Reaktion auf Druck der Kultusministerkonferenz. Die Änderungen deuten auf einen Wandel hin: Weg von spielerischen Ansätzen, hin zu strukturierten, hochkarätigen Wettbewerben an deutschen Schulen.






