Die Linke wählt neue Führung – doch der Gaza-Konflikt spaltet die Partei
Michael TextorDie Linke wählt neue Führung – doch der Gaza-Konflikt spaltet die Partei
Die Linke hat auf ihrem dreitägigen Parteitag in Potsdam eine neue Führung gewählt. Die Delegierten bestimmten Luigi Pantisano zum neuen Co-Vorsitzenden und bestätigten Ines Schwerdtner in ihrem Amt – beide ohne Gegenkandidaten. Die Veranstaltung offenbarten zugleich tiefe Gräben in der Frage der Haltung der Partei zu Israel und dem Gaza-Krieg.
Ines Schwerdtner wurde mit etwa 86 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt – ein Zuwachs gegenüber ihrer Zustimmungsrate von rund 80 Prozent im Jahr 2024. Ihr neuer Co-Vorsitzender Luigi Pantisano erhielt knapp über 53 Prozent der Stimmen und löst Jan van Aken ab, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.
Die Debatten wurden maßgeblich vom Gaza-Konflikt geprägt. Schließlich einigten sich die Delegierten darauf, Israels Vorgehen im Krieg offiziell als Völkermord zu bezeichnen. Dabei traten deutliche Spaltungen innerhalb der Partei zutage.
Der Parteitag sollte die künftige Ausrichtung der Linken bestimmen. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland könnte die Partei eine Schlüsselrolle bei der Bildung neuer Regierungen spielen.
Die Wahl der Führung ist damit abgeschlossen: Schwerdtner und Pantisano stehen nun an der Spitze. Die Position der Partei zum Gaza-Krieg ist festgelegt, auch wenn interne Uneinigkeit bleibt. Mit den anstehenden Wahlen in den ostdeutschen Bundesländern könnte ihr Einfluss weiter wachsen.






