Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfeld schafft perfekte Wahlbeteiligung mit nur acht Wählern
Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgt für Schlagzeilen, nachdem sie bei der jüngsten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung erreichte. Alle acht wahlberechtigten Einwohner gaben ihre Stimme ab und sicherten so eine vollständige Teilhabe am demokratischen Prozess. Das winzige Dorf, in dem nur 15 Menschen leben, griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um die Wahlgeheimhaltung zu wahren: Es legte seinen Wahlbezirk mit einer Nachbargemeinde zusammen.
Eingebettet zwischen Wäldern und Feldern, mit eigener Kapelle und Friedhof, wirkt Dierfeld wie ein Idyll. Trotz seiner geringen Größe verfügt das Dorf über eine aktive Kommunalverwaltung – ein Bürgermeister und sechs Gemeinderäte kümmern sich um die Belange der Gemeinde. Doch bei der Landtagswahl stellte die winzige Wählerschaft eine besondere Herausforderung dar.
Laut deutschem Wahlrecht muss eine Wahlurne mindestens 30 Stimmzettel enthalten, um die Anonymität der Wähler zu garantieren. Mit nur acht Wahlberechtigten konnte Dierfeld diese Vorgabe allein nicht erfüllen. Als Lösung schloss sich das Dorf mit Manderscheid zu einem gemeinsamen Wahlbezirk zusammen. Dadurch wurde sichergestellt, dass keine einzelne Stimme zurückverfolgt werden kann – das Wahlgeheimnis blieb gewahrt.
Der Schritt steht exemplarisch für eine Entwicklung in Rheinland-Pfalz, wo rund 140 der insgesamt 2.300 Gemeinden weniger als 100 Einwohner zählen. Im benachbarten Hamm, wo 16 Menschen leben, richtete der Bürgermeister das Wahllokal einst im eigenen Haus ein – wenn auch der Aufwand für wenige Stimmen oft einen langen Tag bedeutete. Ähnliche logistische Hürden kennt man in Keppeshausen mit seinen 17 Einwohnern.
Doch Dierfeld engagiert sich nicht nur bei Wahlen: Das Dorf setzt auch Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit. Aktuell entsteht eine 15 Hektar große Solarfarme. Das Projekt soll nicht nur erneuerbare Energien fördern, sondern auch lokale gemeinnützige Initiativen finanzieren – ein Beweis dafür, dass selbst die kleinsten Gemeinden zu größeren Zielen beitragen können.
Die hundertprozentige Wahlbeteiligung in Dierfeld unterstreicht das Engagement seiner Bürger für die demokratische Teilhabe. Durch die Zusammenlegung der Wahlbezirke sicherte das Dorf trotz seiner Winzigkeit eine faire und geheime Abstimmung. Das Solarprojekt zeigt zudem, wie kleine Gemeinden eine Rolle in übergeordneten Umwelt- und Sozialvorhaben spielen können.






