Energiekrise zwingt Zoos zum Umdenken: Tiere abgeben oder investieren?
Michael TextorEnergiekrise zwingt Zoos zum Umdenken: Tiere abgeben oder investieren?
Steigende Energiekosten setzen Zoos und Wildparks schwer zu. Einige Einrichtungen haben bereits Tiere abgegeben, um Kosten zu sparen, doch andere suchen nach Wegen, sich anzupassen, ohne ihre Tierbestände zu verringern. In der Region entstehen unterschiedliche Ansätze, um die finanzielle Belastung zu bewältigen.
Im Zoo Braunschweig schließen die Verantwortlichen aus, Tiere abzugeben oder den Bestand zu verkleinern. Stattdessen setzen sie auf Energieeffizienz. Der Zoo betreibt bereits eine 80-kW-Photovoltaikanlage und nutzt verschiedene Heizmethoden. Nun sind Pläne für weitere 12 kW Solarleistung sowie die Installation eines 10-kW-Batteriespeichers in Arbeit.
Anderswo setzt der Wildpark Essehof auf ein Biomasse-Heizsystem, um weitgehend autark zu bleiben. Die Energiekosten machen dort 6 bis 8 Prozent der Gesamtausgaben aus, doch einen Verkauf von Tieren plant der Park nicht. Der Wildpark Stöckheim hingegen gibt deutlich weniger für Energie aus – nur 2,5 Prozent des Budgets.
Auch das Artenschutzzentrum Grasleben hat reagiert: Neue Photovoltaikmodule decken nun einen Teil des Energiebedarfs für wärmeliebende Arten ab.
Während einige Zoos bereits Tiere abgegeben haben, um die finanzielle Last zu verringern, investieren andere in erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen. Diese Schritte sollen die Kosten stabilisieren, ohne die Tierbestände zu reduzieren. Die langfristige Wirkung dieser Strategien hängt davon ab, wie sich die Energiepreise in den kommenden Jahren entwickeln.






