Europas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe
Lia JunitzEuropas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe
Nachhaltige Flugkraftstoffe in Europa verzeichnen 2024 starken Aufschwung
Der Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) in Europa hat 2024 deutlich zugenommen: Der Anteil stieg auf über 2 % – mehr als das Dreifache des Vorjahreswerts. Mittlerweile bieten mindestens 46 europäische Flughäfen SAF an und versorgen damit über 360.000 kommerzielle Flüge weltweit, vor allem in Europa und den USA. Der Anstieg fällt in eine Phase, in der Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden sich auf strengere EU-Vorgaben ab 2025 vorbereiten.
Die ReFuelEU-Aviation-Regeln der EU schreiben vor, dass ab 2025 mindestens 2 % des Kerosins an regionalen Flughäfen aus SAF bestehen müssen. Erste Daten deuten darauf hin, dass Europa dieses Ziel bereits übertroffen hat: Der Anteil stieg von 0,6 % im Jahr 2023 auf über 2 % in 2024. Ein hochrangiger EU-Vertreter bestätigte die Fortschritte, während Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), betonte, der Kontinent liege voll im Plan, um die Vorgaben für 2025 zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.
Fluggesellschaften wie Lufthansa und Ryanair stocken ihre SAF-Beschaffung auf, wobei die Beimischungsquoten künftig bis zu 50 % erreichen könnten. Allerdings fordert der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) eine Lockerung der Vorgaben für synthetischen SAF (eSAF) und verweist auf begrenzte Verfügbarkeit und hohe Kosten. Die EU wies diese Bedenken zurück: Ein Sprecher unterstrich die Notwendigkeit, an den festgelegten Zielen festzuhalten.
Ab 2030 muss eSAF einen Anteil von 1,2 % am Gesamtkraftstoff ausmachen, bis 2035 soll dieser auf 5 % steigen. Die Europäische Kommission machte deutlich, dass sie an diesen Vorgaben nicht rütteln werde. Gleichzeitig räumte der EU-Verkehrskommissar ein, dass die Kosten gesenkt und der Zugang zu SAF für Fluggesellschaften erleichtert werden müsse.
Der rasche Anstieg der SAF-Nutzung markiert einen bedeutenden Wandel in der europäischen Luftfahrt. Da die aktuellen Werte bereits über den Anforderungen für 2025 liegen, konzentrieren sich Airlines und Regulierungsbehörden nun darauf, die Produktion hochzufahren und die Kosten zu drücken. Die langfristigen EU-Ziele für synthetische Kraftstoffe bleiben unverändert – und sichern so weitere Fortschritte hin zu einer nachhaltigeren Luftfahrt.






