Falsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Lüge sind
Ella WeihmannFalsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum 250.000 Besucher eine Lüge sind
Ein online geteiltes Video hat eine Debatte über die Besucherzahlen beim Dresdner Christopher Street Day (CSD) ausgelöst. Einige Social-Media-Beiträge behaupteten fälschlicherweise, die Veranstaltung habe 250.000 Teilnehmer angezogen – eine Zahl, die von offiziellen Berichten nicht gestützt wird. Das betreffende Video zeigt zwar nur eine kleine Gruppe und einen einzigen Wagen, doch es stellt nicht den Hauptumzug dar.
Die zentrale CSD-Parade fand am 6. Juni 2021 am Altmarkt statt und umfasste zahlreiche Wagen sowie Tausende Teilnehmer, wie Polizei und Veranstalter bestätigten. Eine kürzere Demonstration am 5. Juni war erst nach einem Rechtsstreit mit der sächsischen Landesdirektion kurzfristig angemeldet worden.
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der gesamte Dresdner CSD als Versammlung zu werten sei. Damit wurde die Versammlungsfreiheit über Bedenken hinsichtlich der Gebührenumgehung gestellt. Einige Social-Media-Accounts, die die irreführende Teilnehmerzahl verbreiteten, kennzeichneten ihre Inhalte zwar als Satire – dennoch fanden sich darunter auch homophobe Kommentare. Auch das österreichische Medium Auf1 verbreitete die falsche Behauptung.
Seit 1994 haben sich rund 260.000 Menschen an den Dresdner CSD-Umzügen beteiligt. Das begleitende politische Straßenfest lockte seit 2004 etwa 310.000 Besucher an. Weder die Stadt noch ein Medienhaus bestätigten die übertriebene Teilnehmerzahl für 2021.
Das kursierende Video zeigt lediglich einen kleinen Ausschnitt der Veranstaltung, nicht aber den Hauptumzug. Offizielle Schätzungen und Veranstalter bestätigen, dass die tatsächliche Teilnehmerzahl deutlich unter der umstrittenen Angabe lag. Das Gerichtsurteil und die Geschichte der Veranstaltung bleiben von den irreführenden Beiträgen unberührt.






