24 June 2026, 20:14

FDP zerrissen: Warum Hagens Interview mit Junger Freiheit die Partei spaltet

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP zerrissen: Warum Hagens Interview mit Junger Freiheit die Partei spaltet

Ein jüngst von FDP-Generalsekretär Martin Hagen gegebenes Interview mit der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit hat innerhalb der Partei für Aufsehen gesorgt. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt scharfe Kritik an dieser Entscheidung und warnt davor, dass dies die rechtspopulistische AfD normalisieren könnte.

Leutheusser-Schnarrenberger, die dem linken Flügel der FDP angehört, argumentiert, dass die Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit das Risiko berge, extremistische Positionen aufzuwerten. Mit ihrer Kritik steht sie nicht allein: Der Spiegel bezeichnete das Interview als Bruch einer journalistischen Brandmauer, die genau solche Kontakte verhindern soll.

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Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, das Blatt sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Zudem beklagte er einen generellen Rückgang der Debattenkultur in der Gesellschaft – besonders während der Amtszeit von Angela Merkel.

Die Folgen des Interviews beschränkten sich nicht auf Kritik. Die ehemalige Staatssekretärin und Philosophin Sabine Döring sagte ihre Teilnahme an einer geplanten Podiumsdiskussion ab und begründete dies mit der Wahl des Forums. Gleichzeitig lobte FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer das Gespräch und unterstrich die Bedeutung, sich auch außerhalb politischer Echokammern auszutauschen.

Hagen positionierte sich klar zur AfD: Eine Zusammenarbeit mit der Partei schloss er aus und bezeichnete sie als eine von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen dominierte Gruppierung, die mit den Werten der FDP unvereinbar sei.

Das Interview hat tiefe Gräben innerhalb der FDP über den Umgang mit rechtsextremen Medien offenbart. Während Hagens Verteidigung und Leutheusser-Schnarrenbergers Kritik unterschiedliche Haltungen zu Engagement und Grenzen zeigen, machen Dörings Rückzug und Seehofers Unterstützung deutlich: Die Debatte ist in der Partei noch lange nicht beendet.

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