Felbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was steckt dahinter?
Michael TextorFelbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was steckt dahinter?
Gabriel Felbermayr, einer der „Wirtschaftsweisen“ Deutschlands, hat eine Reihe von Reformvorschlägen für die Rentenpolitik und den öffentlichen Dienst vorgelegt. Seine Ideen kommen kurz vor der für Dienstag erwarteten Vorstellung des Berichts der Rentenkommission der Bundesregierung. Die Vorschläge zielen darauf ab, die langfristige Finanzstabilität zu sichern und die Effizienz im öffentlichen Sektor zu steigern.
Felbermayr schlägt vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Nach seinem Plan müssten die Menschen einen Teil der durch eine höhere Lebenserwartung gewonnenen Jahre länger arbeiten. Zudem plädiert er dafür, die jährliche Rentenanpassung nicht mehr an die Lohn-, sondern an die Inflationsentwicklung zu binden. Dies würde die Kosten senken, da Löhne in der Regel stärker steigen als die Preise, während gleichzeitig die Kaufkraft der Rentner gewahrt bliebe.
Kritik übt Felbermayr an der hohen Zahl verbeamteter Beschäftigter in Deutschland. Dies schaffe eine Spaltung in der Gesellschaft und mindere die Reformbereitschaft, argumentiert er. Als Lösung schlägt er vor, sich am österreichischen Modell zu orientieren und die Zahl der Beamtenstellen zu reduzieren. Nur in hoheitlichen Funktionen – etwa bei Polizei, Richtern und Staatsanwälten – solle der Beamtenstatus beibehalten werden, so seine Überzeugung.
Viele OECD-Länder haben bereits ähnliche Maßnahmen umgesetzt. Felbermayr lehnt die Forderung ab, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, und bezeichnet dies als Ablenkung von den eigentlichen Lösungen.
Die Vorschläge des Ökonomen setzen auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Sie könnten das deutsche Rentensystem und die Struktur des öffentlichen Dienstes grundlegend verändern. Die Bundesregierung wird die Ideen voraussichtlich im Rahmen des anstehenden Berichts prüfen.






