19 June 2026, 04:13

Gabriele Stötzers radikale Kunst und ihr Leben zwischen Widerstand und Wollskulpturen

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzers radikale Kunst und ihr Leben zwischen Widerstand und Wollskulpturen

Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer

Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer. Die Schau vereint rund 150 Werke – darunter Videos, Fotografien, Modedesigns und große Wollskulpturen von Frauen. Noch bis zum 6. Dezember ist die Ausstellung zu sehen, im August ist zudem eine besondere Performance geplant.

Gabriele Stötzer, heute 73 Jahre alt, ist seit langem eine markante Figur in der deutschen Kunst- und Aktivismusszene. 1976 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen, um die Zeit zu vertreiben.

Ihr Engagement setzte sich bis in die späten 1980er-Jahre fort: 1989 besetzte sie die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Zudem gehörte sie zu den Gründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte so ihre Rolle im kulturellen Widerstand der DDR.

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Trotz ihrer Prägung durch die DDR wehrt sich Stötzer dagegen, nur als „Ost-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihre Karriere umfasst Jahrzehnte und verschiedene Disziplinen, und ihr Werk bricht bis heute mit Erwartungen. Noch in diesem Jahr erhält sie den Goslarer Kaiserring, eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands.

Die Ausstellung bietet eine seltene Gelegenheit, Stötzers vielseitiges Schaffen an einem Ort zu erleben. Bis Anfang Dezember können Besucher:innen ihre Werke entdecken – ergänzt durch eine Dachperformance, die der Schau einen besonderen Moment verleiht. Die bevorstehende Ehrung unterstreicht ihren anhaltenden Einfluss auf die zeitgenössische Kunst.

Quelle