Gebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken – doch E-Autos verlieren stark an Wert
Lia JunitzGebrauchtwagenmarkt 2025: Preise sinken – doch E-Autos verlieren stark an Wert
Der globale Chipmangel sorgte für massive Störungen in der Automobilproduktion, was zu langen Lieferverzögerungen und einem deutlichen Anstieg der Gebrauchtwagenpreise führte. Zwischen 2021 und 2022 stiegen die durchschnittlichen Kosten für ein gebrauchtes Fahrzeug um fast 19 Prozent, da die Nachfrage das Angebot bei Weitem überstieg. Anfang 2025 zeigt der Markt nun Anzeichen einer Stabilisierung – allerdings mit bemerkenswerten Verschiebungen bei Werten und Nachfrage.
Die Chipkrise traf die Automobilhersteller hart: Produktionskürzungen waren die Folge, und Käufer mussten bis zu 18 Monate auf Neuwagen warten. Schätzungen der Branche zufolge wurden 2021 etwa 7 bis 11 Millionen weniger Fahrzeuge produziert als ursprünglich geplant. Der Mangel an Neumodellen trieb viele Käufer in den Gebrauchtwagenmarkt, was die Preise stark in die Höhe schnellen ließ.
Bis 2025 hat sich die Lage etwas entspannt. Ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland kostet derzeit rund 27.800 Euro – etwa fünf Prozent weniger als auf dem Höchststand 2023. Gleichzeitig verkaufen Händler die Fahrzeuge schneller: Die durchschnittliche Standzeit auf den Höfen beträgt nur noch 57 Tage, deutlich weniger als vor der Pandemie.
Modelle wie der VW Tiguan, der BMW X1 oder der Audi Q3 – allesamt SUVs – haben ihren Wert gut gehalten und sind weiterhin stark nachgefragt. Elektroautos hingegen verzeichnen einen deutlich stärkeren Wertverlust. Ein drei Jahre altes Batterie-Elektrofahrzeug behält nur noch etwa 50 Prozent seines ursprünglichen Preises, während es bei Benzinern 63,5 Prozent und bei Dieselfahrzeugen 62,2 Prozent sind. Dieser Rückgang ist unter anderem auf eine Flut gebrauchter E-Autos zurückzuführen, die durch hohe Leasingraten auf den Markt kommen.
Trotz der Preisanpassungen bleibt die Nachfrage robust. Die Zahl der Fahrzeugübertragungen stieg 2024 um 7,4 Prozent auf etwa 6,48 Millionen Einheiten.
Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich seit dem Höhepunkt der Chipkrise verändert: Die Preise sind von ihren Rekordwerten 2023 gesunken, und der Umschlag beschleunigt sich. Dennoch verlieren Elektrofahrzeuge weiterhin schneller an Wert als herkömmliche Modelle – ein Zeichen für das Überangebot durch Rückläufer aus Leasingverträgen. Der Markt bleibt dynamisch, wobei SUVs weiterhin gefragt sind, während E-Autos mit stärkerer Wertminderung zu kämpfen haben.






