09 May 2026, 14:22

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Politischer Streit statt Erinnerungskultur

Denkmal für sowjetische Kriegsopfer mit farbenfrohem Blumenstrauß auf einem Gehweg und Gedenktafeln an der Wand.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Politischer Streit statt Erinnerungskultur

Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskaliert in politischen Streit

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Die diese Woche stattfindende Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) verlief alles andere als harmonisch. Was als Ehrung für Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus geplant war, endete in Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmenden über politische Symbole und historische Deutungen. Zwar wurden Kränze und Blumen niedergelegt, doch die kontroversen Debatten überschatten die eigentliche Erinnerungskultur.

Die offizielle Zeremonie begann mit einer Kranzniederlegung durch die stellvertretende Oberbürgermeisterin Dr. Judith Marquardt im Namen des Oberbürgermeisters. Gisela Döring vom VVN-BdA ehrte in ihrer Rede die Frauen und Männer, die sich während des Krieges dem Faschismus widersetzten. Beide Rednerinnen betonten den Mut derer, die sich gegen die NS-Herrschaft auflehnten.

Eine Gruppe, die sich als „Halle-Bewegung“ bezeichnet, erschien mit russischen Flaggen, Plakaten und Anstecknadeln. Ihre Anwesenheit löste bei anderen Teilnehmenden Empörung aus – ihnen wurde vorgeworfen, die rechtspopulistische AfD und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Eric Stehr, einer der Redner der Veranstaltung, warnte davor, sich mit Regimen gemein zu machen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien, und nannte dabei explizit Russland.

Lukas Wanke vom VVN-BdA betonte, dass die Würdigung der Rolle der Roten Armee bei der Niederlage des Faschismus keinesfalls heutige Unrechte rechtfertige. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Kampf gegen Faschismus noch lange nicht beendet sei. Der Gedenkhain, in dem Blumen niedergelegt wurden, erinnert an die sowjetischen Opfer – obwohl Halle 1945 tatsächlich von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit wurde.

Die Veranstaltung endete mit sichtbaren Gräben zwischen den Anwesenden. Zwar wurden Blumen und Kränze zum Gedenken an die Widerstandskämpfer abgelegt, doch die politischen Spannungen prägten den Tag. Organisator:innen und Teilnehmende verließen den Ort mit ungelösten Konflikten über historische Erinnerung und aktuelle politische Auseinandersetzungen.

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