Italo drängt 2028 auf den deutschen Fernverkehrsmarkt – Pro Bahn fordert klare Regeln
Wilhelm RoskothItalo drängt 2028 auf den deutschen Fernverkehrsmarkt – Pro Bahn fordert klare Regeln
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Pläne des italienischen Hochgeschwindigkeitsbahnbetreibers Italo, ab 2028 auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Der Schritt könnte neuen Wettbewerb auf den wichtigsten Strecken bringen. Pro Bahn betont jedoch, dass klare Regeln nötig seien, um ländliche Regionen und den Regionalverkehr zu schützen.
Italo plant, stark nachgefragte Verbindungen wie Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München zu bedienen. Pro Bahn sieht darin zwar eine Chance für den Schienenverkehr, warnt aber vor Risiken. Der Verband befürchtet, dass neue Anbieter vor allem lukrative Strecken priorisieren und strukturschwache Regionen vernachlässigen könnten.
Um diese Bedenken auszuräumen, fordert Pro Bahn strenge politische Regulierungen. Dazu gehören rechtlich verbindliche Schutzmaßnahmen für bestehende Regionalverkehre bei der Vergabe von Trassenkapazitäten. Zudem pocht die Organisation auf die Schaffung einer unabhängigen nationalen Behörde, die Strecken und Leistungen gerecht verteilt.
Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Bahn, unterstrich, dass der Wettbewerb allen Fahrgästen bundesweit zugutekommen müsse. Der Verband setzt sich außerdem für ein einheitliches Tarifsystem ein, das auch Zeitkarten und eine anbieterübergreifende Variante der BahnCard 100 umfasst.
Zu den Forderungen von Pro Bahn zählen fairer Wettbewerb, der Schutz des Regionalverkehrs und eine einheitliche Preisstruktur. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Markteintritt von Italo das deutsche Schienennetz stärkt, ohne ländliche Gebiete oder Stammkunden zu benachteiligen. Der Verband will, dass diese Regeln noch vor dem Start von Italo im Jahr 2028 verankert werden.






