Junge Proteste gegen Wehrpflicht: Linke Festivalteilnehmer fordern Widerstand
Wilhelm RoskothJunge Proteste gegen Wehrpflicht: Linke Festivalteilnehmer fordern Widerstand
Ein von der Linken organisiertes Festival in Deutschland zog vor allem junge Menschen an, die gegen die Wehrpflicht protestierten. Auf der Veranstaltung kritisierten Redner das jüngste Meldeverfahren und riefen zum Widerstand auf. Die Kundgebung unterstrich die anhaltenden Debatten über die Rekrutierungspolitik der Bundeswehr.
Seit dem 1. Januar 2023 müssen alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, einen Fragebogen zur Wehrregistrierung ausfüllen. Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel dies noch nicht getan – ihnen drohen nun Bußgelder.
Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit bereits das im Wehrpflichtgesetz für 2026 festgelegte Mindestziel erreicht. Aufgrund von Kapazitätsgrenzen lädt sie derzeit nur Freiwillige zu grundlegenden Eignungstests ein.
Auf dem Festival fragte Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, das Publikum, wer freiwillig gekommen sei. Sie forderte die Anwesenden auf, sich gegen das Meldeverfahren zu wehren. Desiree Becker, Mitglied des Verteidigungsausschusses für die Linke, argumentierte, dass die Wehrpflicht die Zahl der aktiven Bundeswehrangehörigen nicht erhöhen werde.
Justin Klemm, ein weiterer Redner, betonte, dass junge Menschen keine Waffen in die Hand gedrückt bekommen sollten. Stattdessen plädierte er dafür, Militärhaushalte in soziale Programme umzulenken. Auch Daniel Lücking, ein ehemaliger Soldat, nahm an der Veranstaltung teil. Er hatte zuvor in Afghanistan an Radiosendungen mitgewirkt, um die lokale Zusammenarbeit mit deutschen Streitkräften zu fördern.
Die Veranstaltung der Linken machte die Ablehnung der verpflichtenden Wehrregistrierung deutlich. Viele junge Teilnehmer teilten Bedenken hinsichtlich der Wehrpflicht und ihrer Folgen. Die Bundeswehr setzt vorerst weiterhin auf freiwillige Beteiligung.






