Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und steigenden Kosten
Wilhelm RoskothLogistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekordinsolvenzen und steigenden Kosten
Finanzielle Belastung im deutschen Transport- und Logistiksektor nimmt zu
Die Transport- und Logistikbranche in Deutschland steht unter wachsendem finanziellen Druck. Steigende Insolvenzzahlen, höhere Kosten und globale Handelsstörungen setzen Unternehmen zu, die ohnehin schon mit schmalen Gewinnmargen kämpfen. Branchenverbände fordern nun dringend staatliche Maßnahmen, um weitere Schäden abzuwenden.
Im Jahr 2024 meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an, darunter 19 mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Die Insolvenzrate stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent. Anfang 2025 häufen sich die Zahlungsausfälle weiter – die Werte liegen bereits über dem Fünfjahresdurchschnitt.
Besonders hart trifft es kleine und mittlere Speditionen: Steigende Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und enge Gewinnspannen setzen sie unter Druck. Eine Studie des Kreditversicherers Atradius zeigt, dass mittlerweile jedes vierte dieser Unternehmen gefährdet ist. Die bisherigen staatlichen Hilfsmaßnahmen werden in dem Bericht als unzureichend kritisiert.
Auch global verschlechtert sich die Lage. Die Wirtschaftsforschungsgesellschaft Oxford Economics hat ihre Wachstumsprognose für den Transport- und Logistiksektor 2025 von 3,4 auf 2,4 Prozent gesenkt. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, drohe sogar ein vollständiger Wachstumsstillstand, warnt der Bericht.
Als Reaktion fordern Transportverbände eine Senkung der Energiesteuern, die Abschaffung der doppelten CO₂-Belastung im Straßengüterverkehr sowie sofortige finanzielle Entlastungen.
Die finanzielle Krise der Branche verschärft sich: Die Insolvenzen nehmen zu, und die Risiken im Welthandel wachsen. Ohne stärkeres staatliches Eingreifen könnten weitere Unternehmen in die Pleite rutschen, während die Kosten steigen und das Wachstum nachlässt.






