Luxus-Elektroautos floppen: Warum Mercedes jetzt auf Hybridmodelle wie den GLB setzt
Michael TextorLuxus-Elektroautos floppen: Warum Mercedes jetzt auf Hybridmodelle wie den GLB setzt
Luxus-Elektroautos wachsen langsamer als erwartet
Der Markt für Luxus-Elektrofahrzeuge entwickelt sich langsamer als prognostiziert. In den vergangenen zwei Jahren stiegen die Verkäufe jährlich nur um 12 bis 15 Prozent – deutlich unter den erwarteten 25 bis 30 Prozent. Höhere Zinsen, gesättigte Märkte in Europa und Nordamerika sowie Verzögerungen bei der Batterietechnik haben maßgeblich zu diesem Rückgang beigetragen.
Betroffen von der Entwicklung sind unter anderem Mercedes-Benz und Audi. Der deutsche Automobilhersteller verlagert seinen Fokus nun auf Hybridmodelle, darunter den neuen GLB, während die rein elektrischen Modelle der EQ-Reihe in den USA schwächeln.
Als Reaktion auf die nachlassende Nachfrage setzt Mercedes-Benz auf den GLB, ein Mild-Hybrid-SUV, das in Deutschland bereits erhältlich ist. Das Modell soll bis Anfang 2027 in den USA auf den Markt kommen. Es läuft mit dem hauseigenen Betriebssystem MB.OS und verfügt über die KI-gestützte MBUX-Software, die in Zusammenarbeit mit Microsoft und Google entwickelt wurde. Über Over-the-Air-Updates können Besitzer das System ferngesteuert aktualisieren – ein Besuch in der Werkstatt ist damit nicht mehr nötig.
Gleichzeitig nehmen die Rabatte auf Elektromodelle zu. US-Händler gewähren beim Mercedes-Maybach EQS bis zu 25.000 Dollar Nachlass, beim elektrischen G 580 sind es bis zu 10.000 Dollar. Auch der Aktienkurs des Konzerns hat gelitten: Die Papiere notieren rund 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und haben seit Januar ähnlich stark an Wert verloren. Analysten sehen das Kursziel derzeit bei durchschnittlich 62,47 Euro – etwa 9 Prozent über dem aktuellen Stand.
Die nächste Hauptversammlung von Mercedes-Benz findet am 16. April 2026 statt – erstmals vollständig digital. Dort werden die Finanzzahlen für 2025 vorgestellt und über Dividendenzahlungen entschieden. Eine physische Teilnahme von Aktionären ist bei der virtuellen Veranstaltung nicht vorgesehen.
Mercedes passt Strategie an schwächere E-Auto-Nachfrage an Während das Wachstum bei Elektrofahrzeugen stockt, setzt der Konzern auf den GLB-Hybrid und Software-Upgrades, um Käufer zu gewinnen. Gleichzeitig bleiben die Rabatte auf E-Modelle bestehen. Investoren werden die Hauptversammlung 2026 genau verfolgen – in der Hoffnung auf aktuelle Einblicke in die Finanzlage und künftige Pläne des Unternehmens.






