Mainz kämpft um bezahlbaren Wohnraum: 866 Sozialwohnungen drohen teurer zu werden
Michael TextorMainz kämpft um bezahlbaren Wohnraum: 866 Sozialwohnungen drohen teurer zu werden
Mietpreisbremse für 866 geförderte Wohnungen in Mainz läuft bis Ende 2027 aus
Bis Ende 2027 fallen die Mietpreisbeschränkungen für 866 staatlich geförderte Wohnungen in Mainz weg. Damit können Vermieter nach Aufhebung der aktuellen Regelungen die Mieten innerhalb der gesetzlichen Grenzen anheben. Die Stadtverwaltung arbeitet nun daran, möglichst viele dieser Wohnungen weiterhin als bezahlbaren Wohnraum zu erhalten.
Die erste Welle der auslaufenden Mietpreisbremse betrifft bereits bis Ende 2026 insgesamt 98 Wohnungen, vor allem in den Stadtteilen Neustadt und Weisenau. Deutlich größer ist die zweite Gruppe: 768 Wohnungen verlieren ihre Mietpreisbindung bis Ende 2027 – die meisten davon liegen in Finthen, Weisenau, Gonsenheim und Mombach.
Vermieter sind verpflichtet, Mieter frühzeitig über geplante Mieterhöhungen zu informieren. Zwar kann die Stadt direkt nicht in die Anpassung der Mieten eingreifen, doch wirbt sie bei Wohnungsanbietern für die Nutzung staatlicher Förderprogramme. Dazu zählen Zuschüsse für Modernisierungen oder der Verkauf von Belegungsrechten an den Staat.
Größere Wohnungsunternehmen in Mainz sind über diese Möglichkeiten bereits informiert. Unklar ist jedoch, wie viele der 866 betroffenen Wohnungen derzeit in ein soziales Wohnungsbauförderprogramm eingebunden sind. Das städtische Wohnungsamt nimmt aktiv Kontakt zu Vermietern auf, um Wege zu finden, die Bezahlbarkeit durch freiwillige Teilnahme an solchen Programmen zu verlängern.
Ohne weitere Maßnahmen könnten die Mieten für diese Wohnungen steigen, sobald die Bindungen auslaufen. Die Stadt setzt darauf, Vermieter von der Teilnahme an Förderprogrammen zu überzeugen, die niedrigere Mieten sichern. Betroffene Mieter erhalten von ihren Vermietern Benachrichtigungen, falls Änderungen geplant sind.






