Mecklenburg-Vorpommern droht Agrar-Kollaps durch EU-Kürzungen von über 160 Millionen Euro
Michael TextorBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommern droht Agrar-Kollaps durch EU-Kürzungen von über 160 Millionen Euro
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor einem finanziellen Schlag, da geplante EU-Kürzungen die Agrarsubventionen halbieren könnten. Über 1.000 Betriebe in der Region könnten mehr als 160 Millionen Euro jährlich verlieren, falls die Änderungen umgesetzt werden. Die Kürzungen kommen hinzu zu rechtlicher Unsicherheit bei den Nitratbelastungsregeln und anhaltenden Debatten über Düngemittelvorschriften.
Die geplanten Streichungen ergeben sich aus neuen EU-Obergrenzen und einer degressiven Stafflung für größere landwirtschaftliche Betriebe. Werden die Pläne genehmigt, sänken die Direktzahlungen in Mecklenburg-Vorpommern von 314 Millionen auf 151 Millionen Euro – ein Rückgang von über 50 Prozent. Agrarminister Till Backhaus warnte, dass diese Verluste die lokalen Höfe und ländlichen Gemeinden schwer treffen würden.
Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall standen die Düngemittelgesetze im Mittelpunkt. Backhaus setzte sich gemeinsam mit Vertretern Brandenburgs für klarere und rechtssichere Regelungen ein. Er betonte die Notwendigkeit zügiger Anpassungen, um den Landwirten dringend benötigte Planungssicherheit zu geben.
Die Kürzungen haben breiten Widerstand ausgelöst. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen protestieren gegen eine separate Streichung von 150 Millionen Euro im Bundeshaushalt, die für 2026 vorgesehen ist. Davon betroffen wären der Ökolandbau, der Artenschutz und Programme zur ländlichen Entwicklung. Niedersachsens Agrarminister forderte die Rücknahme der Kürzungen und mehr Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
Backhaus hob zudem die übergeordnete Bedeutung der GAP hervor und bezeichnete sie als unverzichtbar für die ländliche Entwicklung und die Beschäftigung. Gleichzeitig haben aktuelle Gerichtsurteile die Unsicherheit verstärkt, indem sie die Ausweisung nitratbelasteter Gebiete infrage stellen. Die Landwirte sehen sich somit sowohl finanziellen Belastungen als auch rechtlichen Grauzonen gegenüber.
Die geplanten EU-Subventionskürzungen würden der deutschen Landwirtschaft Hunderte Millionen entziehen, wobei Mecklenburg-Vorpommern zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt. Die Bundesländer stellen sich geschlossen gegen die Streichungen und argumentieren, dass ländliche Entwicklung und Umweltprogramme auf stabile Finanzierung angewiesen sind. Rechtliche Auseinandersetzungen um Nitratregeln und Düngemittelgesetze verschärfen die Lage für die Landwirte zusätzlich.






