17 June 2026, 18:58

Metall- und Elektroindustrie kämpft mit historischer Rezession und Jobverlusten

Industriekrise: Realit├Ąt schlimmer als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Metall- und Elektroindustrie kämpft mit historischer Rezession und Jobverlusten

Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steckt in einer immer tieferen Krise. Im April brachen Produktion, Aufträge und Beschäftigung stark ein, während die Zahl der Insolvenzen branchenübergreifend deutlich anstieg.

Die Neuaufträge im Maschinen- und Anlagenbau sanken im April im Vergleich zum Vormonat um 5,4 Prozent. Die Industrieaufträge insgesamt gingen im selben Zeitraum um 3,8 Prozent zurück, wobei auch die März-Zahlen nach unten korrigiert wurden. Die Produktion in der Branche verringerte sich um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 2,7 Prozent im Jahresvergleich.

Die Auslastung der Kapazitäten liegt derzeit bei 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent. Die aktuelle Produktion bleibt 15 Prozent niedriger als 2018, was die längste Nachkriegsrezession der Branche verlängert.

Die Beschäftigung im Sektor ging im April auf 3,746 Millionen zurück – ein Verlust von 15.600 Arbeitsplätzen und der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 sind über 300.000 Stellen abgebaut worden, was nun bereits zweieinhalb Jahre anhaltender Personalabbau bedeutet.

Im Mai 2025 stiegen die Unternehmensinsolvenzen auf 1.518 Fälle – ein Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Insolvenzwelle erfasst dabei nicht nur die Industrie, sondern zunehmend auch den Dienstleistungssektor.

Trotz staatlicher Hilfen zeigt die Branche keine Anzeichen einer Erholung. Produktion, Aufträge und Arbeitsplätze schrumpfen weiter, während die Insolvenzen steigen. Sowohl die Ausbringungsmenge als auch die Kapazitätsauslastung bleiben deutlich unter den historischen Werten.

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