Regierungskosten explodieren: Bonn-Berlin-Doppelsitz verschlingt 10,3 Millionen Euro
Wilhelm RoskothMehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Teilung - Regierungskosten explodieren: Bonn-Berlin-Doppelsitz verschlingt 10,3 Millionen Euro
Doppelsitz der Regierung: Kosten für Bonn und Berlin steigen 2023 auf über 10,3 Millionen Euro
Die Ausgaben für die Aufrechterhaltung der geteilten Regierungsstandorte in Berlin und Bonn sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht, kletterten die Kosten 2023 um 1,2 Millionen Euro und erreichten damit mehr als 10,3 Millionen Euro. Den größten Teil des Anstiegs verursachte ein deutlicher Zuwachs bei den Reisekosten, nachdem Beschränkungen entfielen und die Preise stiegen.
Sechs der 16 Bundesministerien haben nach wie vor ihren Hauptsitz in Bonn, während die übrigen vorrangig von Berlin aus arbeiten und in der ehemaligen Hauptstadt nur Nebenstellen unterhalten. Diese Aufteilung geht auf das Berlin/Bonn-Gesetz zurück, das 1991 nach dem Beschluss beschlossen wurde, Parlament und den Großteil der Regierungsfunktionen nach der Wiedervereinigung nach Berlin zu verlegen. Seither sinkt die Zahl der Bundesbediensteten in Bonn kontinuierlich – heute arbeitet dort nur noch etwa jeder Vierte.
Reisekosten als größter Posten Mit Abstand der höchste Ausgabenblock 2023 waren Dienstreisen, die um 15,3 Prozent auf über 5,9 Millionen Euro stiegen. Als Gründe nannte die Verwaltung die wieder angestiegene Zahl an Geschäftsreisen nach dem Ende der Pandemie-Beschränkungen sowie höhere Preise für Bahnfahrten und Hotelübernachtungen.
Kritik am "Zwei-Städte-Modell" wird lauter Die Kritik an der doppelten Regierungspräsenz nimmt zu. Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, forderte ein Ende der Berlin-Bonn-Teilung und argumentierte, die laufenden Kosten seien unnötig.
Die jährlichen Gesamtausgaben für den Betrieb beider Standorte belaufen sich mittlerweile auf über 10,3 Millionen Euro. Da die Reisekosten den größten Teil des Anstiegs ausmachen, dürfte die Debatte über eine Zusammenlegung der Regierungsfunktionen in einer einzigen Stadt weiter an Fahrt aufnehmen. Zwar bleibt das aktuelle System vorerst bestehen – doch der Druck, die Ausgaben zu senken, könnte weitere Änderungen vorantreiben.






