Reutlinger Polizei und Gräberfeld X stärken Demokratie durch historische Bildung
Wilhelm RoskothReutlinger Polizei und Gräberfeld X stärken Demokratie durch historische Bildung
Reutlinger Polizei und Erinnerungsort Gräberfeld X besiegeln Partnerschaft für demokratische Werte
Die Polizei Reutlingen und der Erinnerungsort Gräberfeld X haben eine offizielle Kooperation vereinbart, um demokratische Grundwerte innerhalb der Behörde zu stärken. Die am 18. März 2026 unterzeichnete Zusammenarbeit ist Teil einer landesweiten Initiative, die 2024 ins Leben gerufen wurde, um bei Polizistinnen und Polizisten Toleranz und historisches Bewusstsein zu fördern. Künftig werden regelmäßige Besuche von Ausstellungen und Gedenkstätten fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung in der Region sein.
Die Vereinbarung wurde von Polizeipäsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, Leiterin der Initiative Gräberfeld X, besiegelt. Im Rahmen der Partnerschaft nehmen Reutlinger Beamtinnen und Beamte an Führungen durch die Ausstellung "Unbegrenzte Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus" teil, die die Verstrickung von Universitätsanatom:innen in das NS-Regime thematisiert. Vogel betonte, dass solche Besuche eine unverzichtbare politische Bildung darstellten, um das Bewusstsein für die Gefahren einer Aushöhlung des Rechtsstaats zu schärfen.
Fünf sogenannte "strategische Multiplikator:innen" wurden bereits am Reutlinger Polizeipräsidium geschult, um das Projekt zu begleiten. Zu ihren Aufgaben gehört die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen, etwa Gastvorträgen und Exkursionen zu historischen Stätten, die mit der NS-Verfolgung in Verbindung stehen. Schön Hagen begrüßte die Zusammenarbeit und dankte der Polizei für ihr Engagement, die Ausstellung über das Jahr 2027 hinaus zu erhalten.
Die Initiative reiht sich in ähnliche Projekte in Baden-Württemberg ein. Seit 2024 arbeiten auch die Polizeibehörden in Stuttgart und Karlsruhe mit Gedenkstätten zusammen, darunter das NS-Dokumentationszentrum Stuttgart und die Gedenkstätte Durlach. Das landesweite Vorhaben zielt darauf ab, demokratische Prinzipien und interkulturellen Austausch in der Polizei zu verankern.
Die Vereinbarung sichert eine kontinuierliche Verbindung zwischen Strafverfolgungsbehörden und historisch-politischer Bildung. Im Rahmen ihrer Ausbildung erhalten die Beamt:innen Zugang zu Ausstellungen, Vorträgen und Gedenkstättenbesuchen. Die Initiative steht für ein übergeordnetes Bestreben, demokratische Werte in öffentlichen Institutionen zu festigen.






