Streit um E-Auto-Förderung: Warum vor allem China von deutschen Subventionen profitiert
Michael TextorStreit um E-Auto-Förderung: Warum vor allem China von deutschen Subventionen profitiert
Die deutsche staatliche Förderung für Elektroautos sorgt für eine Debatte über deren Wirksamkeit. Das in diesem Jahr gestartete 3,5-Milliarden-Euro-Programm soll den Umstieg auf E-Autos beschleunigen, stößt aber bei Branchenvertretern auf Kritik. Viele werfen der Regierung vor, dass vor allem ausländische Hersteller profitieren – und nicht die heimische Industrie.
Die Förderung gilt für neu zugelassene Elektroautos ab dem 1. Januar 2026. Käufer erhalten je nach Modell und persönlichen Voraussetzungen bis zu 6.000 Euro. Händler berichten, dass die meisten geförderten Fahrzeuge chinesische Modelle im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro sind.
Deutsche Automobilhersteller bieten derzeit keine E-Autos in dieser Preisklasse an. Bei der Weller Group verdoppelten sich die Verkäufe günstiger chinesischer Elektroautos im Mai nahezu. Burkhard Weller, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, erklärt, die Förderung habe vor allem bestehende Nachfrage bedient, statt neue Käufer zu gewinnen.
Weller schlägt zudem vor, das Programm auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Er betont, dass eine bessere Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und transparente Preise an Ladestationen entscheidender für den Hochlauf der E-Mobilität seien. Sein Vorschlag sieht vor, Ladestationen wie Mobilfunk-Roaming zu behandeln – mit einem einheitlichen Preis überall.
Das Förderbudget beträgt insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Kritiker monieren, dass bisher vor allem ausländische Marken – insbesondere chinesische Hersteller – begünstigt wurden. Die Diskussion zeigt, dass umfassendere Maßnahmen nötig sind, um die Elektromobilität in Deutschland nachhaltig zu stärken.






