07 April 2026, 12:25

Syrien startet Wiederaufbau: Deutschland und Golfstaaten investieren Milliarden

Altes Buch mit einer detaillierten Karte von Syrien auf einem schwarzen Hintergrund, das geografische Merkmale und Stadtnamen zeigt.

Syrien startet Wiederaufbau: Deutschland und Golfstaaten investieren Milliarden

Syriens Wirtschaft baut sich nach Jahren des Konflikts langsam wieder auf – nun engagieren sich auch große internationale Akteure. Die Regierung hat Währungsreformen eingeleitet und für 2026 ein Staatsbudget in Höhe von 10,5 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Gleichzeitig stellen Deutschland und die Golfstaaten Milliarden für den Wiederaufbau bereit.

Laut Weltbank belaufen sich die Gesamtkosten für den Wiederaufbau Syriens auf etwa 216 Milliarden US-Dollar. Fast ein Drittel dieser Summe soll allein in den Neubau von Wohnraum fließen. Angesichts eines aktuellen BIP zwischen 60 und 65 Milliarden US-Dollar bleibt der Umfang der Erholung gewaltig.

Deutschland hat bereits konkrete Schritte unternommen, um den Prozess zu unterstützen. Seit Anfang letzten Jahres hat die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro bewilligt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf kürzlich den syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über die Wiederbelebung der Handelsbeziehungen. Sie betonte das starke deutsche Interesse am Wiederaufbau Syriens und verwies auf die historisch engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern.

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Auch der Privatsektor zeigt zunehmend Engagement. Siemens Energy prüft Pläne zur Modernisierung des syrischen Stromnetzes, während der bayerische Hersteller Knauf eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks im Land unterzeichnet hat. Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV) bezeichnete die Wiederaufbauarbeiten als Chance mit "enormem Potenzial" für Unternehmen.

Neben Deutschland leisten auch die Golfstaaten erhebliche Beiträge. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben gemeinsam Investitionen von über 28 Milliarden US-Dollar zugesagt. Die Mittel sollen Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau und Maßnahmen zur wirtschaftlichen Erholung in ganz Syrien finanzieren.

Die syrische Regierung hat bereits neue Banknoten eingeführt und der Währung zwei Nullen gestrichen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Mit den nun fließenden internationalen Geldern gewinnt der Wiederaufbau an Fahrt. In den kommenden Jahren sind große Infrastrukturvorhaben, neue Industrieprojekte und die Rückkehr zu wirtschaftlicher Aktivität wie vor dem Krieg geplant.

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