25 March 2026, 12:23

Warum immer mehr Städte im Mai auf das Rasenmähen verzichten

Plakat mit der Aufschrift "Grass Unlimited: Ein gezielter Ansatz für Graslandressourcen" mit einer Pennsylvania-Karte in Grünschattierungen und fetter schwarzer Schrift.

Warum immer mehr Städte im Mai auf das Rasenmähen verzichten

Immer mehr deutsche Städte und Hausbesitzer überdenken, wie sie Rasenflächen und Wiesen pflegen. Der Wandel kommt, da Studien die Vorteile weniger häufigen Mähens aufzeigen – von größerer Trockenheitsresistenz bis hin zur Förderung der Tierwelt. Im vergangenen Jahr schloss sich Anklam bei Schwerin erstmals der Initiative "Mai ohne Mähen" an und ließ 15 Hektar öffentliche Grünflächen unberührt.

Die Kampagne "Mai ohne Mähen" ruft Privatpersonen und Kommunen dazu auf, im Mai komplett auf das Rasenmähen zu verzichten. Viele Gärtner schneiden ihre Rasenflächen noch immer auf zwei Zentimeter herunter – und vernichten damit nektarreiche Pflanzen und Insektenlebensräume. Doch Forschungen belegen, dass höhere, artenreiche Wiesen Trockenheit weit besser überstehen als kurz gemähtes Gras. Sie speichern die Bodenfeuchtigkeit und benötigen weniger Wasser.

Artenreiche Grünländer binden zudem mehr Kohlendioxid im Boden als organische Substanz. Intensiv bewirtschaftete, leistungsstarke Gräser hingegen leiden oft unter Dürreperioden und sterben mitunter vollständig ab. Landwirte müssen diese Gräser bereits auf ausgelaugten Böden neu aussäen – durch den Klimawandel könnte dies künftig häufiger nötig werden, was die Kosten in die Höhe treibt.

Deutschlands Umgang mit der Wiesenbewirtschaftung steht bereits in der Kritik. Der Europäische Gerichtshof urteilte, dass das Land gegen EU-Recht verstoßen habe, weil es Niederungs- und Berg-Heuwiesen unzureichend schütze. Zwar findet "Mai ohne Mähen" langsam Anhänger, doch es gibt keine offiziellen Daten darüber, wie viele Kommunen mitmachen und wo sie liegen.

Neben den ökologischen Vorteilen bringen artenreiche Wiesen weitere Pluspunkte mit sich: Kräuter wie Schafgarbe, Löwenzahn und Spitzwegerich fördern die Gesundheit von Nutztieren und beeinflussen sogar Geschmack von Milch und Käse.

Selteneres Mähen könnte helfen, Wiesen widerstandsfähiger gegen Extremwetter zu machen, den Wasserverbrauch zu senken und die Tierwelt zu stärken. Angesichts wachsender Klimabelastungen könnte sich die Bewirtschaftung von Grünflächen ändern müssen – sowohl in Gärten als auch in der Landwirtschaft. Der Erfolg von Initiativen wie "Mai ohne Mähen" hängt davon ab, ob sie breiter angenommen werden und ihre Wirkung systematischer erfasst wird.

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