10 May 2026, 12:19

Wie eine Mutter ihren Sohn vor toxischer Männlichkeit schützen will

Buchumschlag mit dem Titel "Zwölf Jahre Jungsein auf Film" mit einem Jungen in einem blauen Hemd mit ernstem Gesichtsausdruck auf einem hellblauen Hintergrund mit weißer Umrandung.

Wie eine Mutter ihren Sohn vor toxischer Männlichkeit schützen will

Vor fünfzehn Jahren erfuhr eine Mutter, dass sie einen Sohn erwartete. Lange hatte sie sich danach gesehnt, das Heranwachsen eines Jungen von Geburt an mitzuerleben – die Nachricht erfüllte sie mit Freude. Doch als er älter wurde, musste sie eine harte Wahrheit akzeptieren: Ihn in einer Welt großzuziehen, in der schädliche Vorstellungen von Männlichkeit und Aggression das Leben junger Menschen prägen.

Die Schule ihres Sohnes kündigte Anfang 2023 einen Anti-Aggressions-Workshop für Jungen an. Ihr Kind nahm teil, zusammen mit anderen Jungen, die von ihren Lehrern empfohlen worden waren. In den Sitzungen ging es darum, wie man angespannte Situationen deeskaliert, in denen Gewalt schnell außer Kontrolle geraten kann.

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Bald wurde ihr klar, dass es nicht einfach sein würde, den Kreislauf der Aggression zu durchbrechen. Viele Jungen in seinem Umfeld setzten auf Einschüchterung und körperliche Stärke, um Respekt einzufordern. Gleichzeitig wurde ihr Sohn härter beurteilt als weiße Kinder – schnell wurde ihm das Etikett „aggressiv“ angehängt, oft ohne Grund.

Das Internet verschärfte die Probleme. Algorithmen spielten jungen Jungen extreme Männlichkeitsbilder und gefährliche Trends direkt zu. Sie sprach mit ihrem Sohn darüber, wie er sich bei Polizeikontrollen verhalten sollte, in der Hoffnung, ihn zu schützen. Ihre größte Angst war, dass er eines Tages zur Bedrohung für Frauen werden könnte – etwas, das sie unbedingt verhindern wollte.

Heute ist sie dankbar, ihren Sohn an ihrer Seite zu haben. Der Workshop hat ihm Werkzeuge an die Hand gegeben, um Konflikte besser zu bewältigen, doch die Herausforderungen bleiben. Im Moment konzentriert sie sich darauf, ihn von Gewalt fernzuhalten und ihm einen Weg in eine Zukunft zu ebnen, in der Respekt nicht auf Angst beruht.

Quelle