WM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie Firmen reagieren
Wilhelm RoskothWM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie Firmen reagieren
WM sorgt für Produktivitätsausfälle in deutschen Betrieben
Die Fußball-Weltmeisterschaft führt in deutschen Unternehmen zu Störungen des Arbeitsalltags. Mitarbeiter geben zu, heimlich Spiele zu verfolgen – viele Partien beginnen zu ungewöhnlichen Uhrzeiten. Dies führt zu messbaren Produktivitätseinbußen und wirft rechtliche Fragen zu Arbeitnehmerrechten während des Turniers auf.
Die aktuelle WM dauert fast fünf Wochen und umfasst mit 104 Spielen einen Rekordwert. In Deutschland starten viele Begegnungen erst nach Mitternacht oder am frühen Morgen. Dennoch findet weltweit etwa jeder siebte Arbeitnehmer Zeit, die Spiele während der Arbeitszeit zu verfolgen – sei es live oder über Updates.
Im Schnitt wenden Beschäftigte pro Arbeitstag 26 Minuten für WM-Inhalte auf. Über die Dauer des Turniers summiert sich das auf etwa zwölf verlorene Arbeitsstunden pro Mitarbeiter in Deutschland. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Unternehmen werden auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt.
Nach deutschem Arbeitsrecht ist es nicht selbstverständlich erlaubt, die WM während der Arbeitszeit ohne Genehmigung zu schauen. Gerichte haben entschieden, dass das Verfolgen von Spielen über Radio oder das Checken von Live-Ergebnissen am Smartphone zulässig ist – vorausgesetzt, es stört Kollegen nicht und beeinträchtigt nicht die Arbeitsleistung. Wer jedoch wegen nächtlicher Spiele zu spät kommt oder betrunken zur Arbeit erscheint, muss mit Konsequenzen rechnen: von Abmahnungen über unbezahlte Freistellung bis hin zur Kündigung.
Der verlängerte Turnierzeitraum mit Spätpartien belastet die Betriebe spürbar. Arbeitgeber behalten das Recht, Mitarbeiter bei Fehlzeiten oder Leistungseinbußen im Zusammenhang mit der WM zu maßregeln. Die finanziellen und betrieblichen Auswirkungen auf die Wirtschaft sind beträchtlich und messbar.






