Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung und Lohnbetrug bei Paketdiensten auf
Michael TextorZoll deckt flächendeckende Ausbeutung und Lohnbetrug bei Paketdiensten auf
Deutsche Zollbehörden haben flächendeckende Verstöße gegen Arbeitsrechte im Paketzustellsektor aufgedeckt. Bei landesweiten Kontrollen kamen illegale Beschäftigungspraktiken, Lohnunterschreitungen und die Ausbeutung von Fahrern ans Licht. Die Gewerkschaft Verdi fordert nun strengere Regelungen zum Schutz der Beschäftigten.
Mehr als 2.900 Zollbeamte überprüften bundesweit Paketdienstleister. Dabei stellten sie fest, dass Fahrer ohne gültige Verträge arbeiteten, Überstunden nicht vergütet wurden und die Löhne teilweise unter dem Mindestlohn von 13,90 Euro lagen. Einige Mitarbeiter wurden sogar gezwungen, sich ihre Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu leasen.
In einem Fall ging es um einen 39-jährigen Türken, der in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis beschäftigt war. Finanzminister Lars Klingbeil betonte, dass solche Verstöße nicht toleriert würden. Die Behörden dokumentieren ähnliche Missstände in der Branche bereits seit Jahren.
Große Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen stark auf Subunternehmer. Verdi verlangt nun ein vollständiges Verbot dieser Praxis, um die Ausbeutung zu stoppen. Viele Fahrer kannten ihre Arbeitsrechte oder die genauen Vertragsbedingungen nicht.
Die Kontrollen legten systemische Versäumnisse in der Paketbranche offen. Zollbeamte und Gewerkschaften drängen auf schärfere Kontrollen und gesetzliche Änderungen. Ohne Gegenmaßnahmen dürften illegale Praktiken und Lohnbetrug weiter anhalten.






