Bayer kämpft mit Milliardenverlust – doch Kerendia bringt Hoffnung für Investoren
Lia JunitzBayer kämpft mit Milliardenverlust – doch Kerendia bringt Hoffnung für Investoren
Bayer hat ein herausforderndes Geschäftsjahr hinter sich, verzeichnet aber Fortschritte in seiner Pharmasparte. Das Unternehmen meldete für 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, der vor allem auf hohe Prozesskosten zurückzuführen ist. Gleichzeitig zeigte das Medikament Kerendia vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien, was den Aktienkurs um 4,71 % steigen ließ.
Die Jahresbilanz 2025 offenbart einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, der maßgeblich durch Sonderbelastungen aus den anhaltenden Roundup-Klagen verursacht wurde. Die Nettoverschuldung stieg zudem auf fast 30 Milliarden Euro, was die Sorgen der Anleger weiter schürt. Trotz dieser finanziellen Belastungen bleibt Bayers Pharmabereich widerstandsfähig – mit wichtigen Entwicklungen in der Medikamenten-Pipeline.
Eine aktuelle klinische Studie zu Kerendia erreichte ihr Hauptziel bei der Behandlung von Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Das Unternehmen plant nun, eine erweiterte Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen, was den Zugang zu einem deutlich größeren Patientenmarkt ermöglichen würde. Dieser Fortschritt hat bereits das Vertrauen der Investoren gestärkt: Die Aktie kletterte auf 40,25 Euro.
Für die Zukunft setzt sich Bayer das Ziel, bis 2036 fünf weitere Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen, von denen jedes über eine Milliarde Euro Umsatz generieren soll. Dazu zählen Finerenon (bereits als Kerendia zugelassen), Acoramidis (2024 für transthyretinische Kardiomyopathie zugelassen) und Olipudase alfa (2023 für Morbus Fabry zugelassen). Zwei weitere Wirkstoffe, KER-012 und Velortamab, befinden sich in der Spätphase der klinischen Tests – zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie bzw. multiplem Myelom.
Rechtliche Herausforderungen prägen weiterhin Bayers Zukunft. Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup führen; eine Entscheidung wird für Mitte Juni erwartet. Anleger verfolgen diese Verfahren genau, ebenso wie die allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen für Glyphosat. Noch am selben Tag findet die Hauptversammlung von Bayer statt, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden.
Die pharmazeutischen Erfolge Bayers wirken den finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns entgegen. Die Aktie reagierte positiv auf die Studienerfolge von Kerendia, während die juristischen Auseinandersetzungen um Roundup weiterhin ungelöst sind. Die anstehende Entscheidung des Supreme Court und die Beschlüsse der Hauptversammlung werden für die weitere Entwicklung Bayers entscheidend sein.