05 April 2026, 06:21

Berliner Linke will Mietendeckel für 400.000 kommunale Wohnungen durchsetzen

Ein Schwarz-Weiß-Architektonischer Grundriss eines Hauses in Berlin, der Raumaufteilungen, Abmessungen, Fenster- und Türpositionen zeigt.

Berliner Linke will Mietendeckel für 400.000 kommunale Wohnungen durchsetzen

Berlins Linke legt neuen Mietendeckel-Plan für städtische Wohnungsbaugesellschaften vor

Die Berliner Linke hat einen neuen Mietendeckel für die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt vorgeschlagen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Kosten für rund 400.000 Wohnungen zu begrenzen und den Druck auf den gesamten Mietmarkt zu verringern. Nach Angaben der Parteiführung würde die Maßnahme fast eine Million Bewohner:innen in den nächsten fünf Jahren vor stark steigenden Mieten schützen.

Laut Plan sollen Modernisierungskosten auf 1,50 Euro pro Quadratmeter gedeckelt werden. Mieten, die die gesetzliche Obergrenze um mehr als 20 Prozent überschreiten, würden auf maximal 10 Prozent über dem Referenzwert gesenkt. Neu vermietete oder wiedervermietete Wohnungen dürften nicht teurer sein als die vorherige Miete – oder höchstens 10 Prozent unter dem örtlichen Richtwert liegen.

Zunächst würde ein einjähriges Mietenmoratorium in Kraft treten, gefolgt von jährlichen Erhöhungen, die auf 1 Prozent begrenzt wären. Eine einmalige Anpassung von bis zu 2 Prozent könnte auf zwei Jahre verteilt werden. In dem Positionspapier wirft die Linke dem aktuellen Senat zudem vor, die landeseigenen Wohnungsunternehmen hätten ihre Fähigkeit verloren, die Preise zu stabilisieren.

Zur Finanzierung schlägt die Partei vor, die Budgets für Neubauten und Sanierungen von der bestehenden Wohnungsverwaltung zu trennen. Bis zu 2 Milliarden Euro jährlich sollten in ein kommunales Programm fließen, das 7.500 neue Wohnungen pro Jahr schafft. Elif Eralp, die Kandidatin der Linken für das Amt der regierenden Bürgermeisterin, bezeichnete den Plan als Mittel, um Mieten "unter Marktniveau" zu halten und langfristige Bezahlbarkeit zu sichern.

Die Maßnahmen wären auf fünf Jahre angelegt, bevor eine Überprüfung stattfände. Befürworter:innen gehen davon aus, dass der Deckel den Berliner Mietspiegel insgesamt senken und indirekt auch die Preise im privaten Sektor drücken würde.

Der Vorschlag setzt strenge Grenzen für Mieterhöhungen und Modernisierungsumlagen bei kommunalem Wohnraum. Würde er umgesetzt, beträfe er Hunderttausende Wohnungen und würde den Berliner Mietmarkt für ein halbes Jahrzehnt prägen. Zudem verknüpft der Plan die Förderung von Neubauten mit übergeordneten Zielen der Bezahlbarkeit.

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