19 April 2026, 10:19

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für Drohnenabwehrsysteme – und spaltet die Stadt

Detailreiche alte Karte von Brandenburg, Deutschland, die Straßen, Gebäude, Parks und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text zeigt.

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für Drohnenabwehrsysteme – und spaltet die Stadt

Brandenburg an der Havel bekommt ein neues Verteidigungsprojekt: Druckmaschinenwerk stellt künftig Drohnenabwehrsysteme her

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In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Rüstungsvorhaben: Das traditionsreiche Druckmaschinenwerk der Stadt wird künftig auch Systeme zur Abwehr von Drohnen produzieren. Der Schritt stößt bei lokalen Politikern und Bürgern gleichermaßen auf Zustimmung wie Kritik.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit 1991 in Brandenburg an der Havel ansässig und fertigt dort Komponenten für Druckmaschinen. Nun geht ihre Tochterfirma HD Advanced Technologies (HDAT) eine Partnerschaft mit dem amerikanisch-israelischen Unternehmen OAS ein, um autonome Drohnenabwehrsysteme herzustellen. Das Joint Venture zielt darauf ab, kritische Infrastruktur und zivile Einrichtungen in ganz Europa zu schützen.

Die ersten Systeme sollen in Deutschland und der Ukraine verkauft werden, bevor der Vertrieb auf andere EU-Länder ausgeweitet wird. Das Werk in Brandenburg beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechanik und Mechatronik an. Bürgermeister Daniel Keip unterstützt das Projekt und bezeichnet es als "Stärkung für den Industriestandort".

Doch nicht alle teilen diese Haltung. Dominik Mikhalkevich, Abgeordneter der BSW-Partei, argumentiert, die Stadt solle sich stattdessen auf zivile Entwicklungen konzentrieren, statt auf Rüstungsproduktion zu setzen. Auch Heidi Hauffe, die lokale BSW-Vorsitzende, übt Kritik an der Neuausrichtung und warnt vor möglichen Risiken für Brandenburg an der Havel. Andreas Kutsche, BSW-Landesabgeordneter, geht noch weiter: Militärische Investitionen seien "totes Kapital", so der Vorwurf – stattdessen fordert er eine andere wirtschaftliche Ausrichtung.

Trotz der Widerstände wird das Drohnenabwehrprojekt vorangetrieben. Die Produktion soll im bestehenden Werk anlaufen, wo die Belegschaft bereits über das nötige technische Know-how verfügt. Die Debatte über die Zukunft der Stadt – zwischen militärischer und ziviler Industrie – dürfte damit jedoch weitergehen.

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