17 March 2026, 00:23

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Berlin".

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Deutsche Bank und British International Investment gehen Partnerschaft ein, um Afrikas wachsendes Handelsfinanzierungsdefizit zu bekämpfen

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um die zunehmende Knappheit bei der Handelsfinanzierung in Afrika anzugehen. Das neue Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar konzentriert sich auf unterversorgte Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. Gleichzeitig ernannte die Bank Gerald Podobnik zum neuen Co-Leiter ihrer globalen Unternehmenssparte.

Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der sich internationale Banken zunehmend aus dem Kontinent zurückziehen und Unternehmen damit kämpfen, Importe und Lieferketten zu finanzieren.

In den vergangenen fünf Jahren haben mindestens 15 globale Banken ihr Engagement in Afrika reduziert oder sich vollständig zurückgezogen. Besonders betroffen sind Nigeria, Südafrika, Ghana und Kenia, wo Institute wie Standard Chartered, Citibank, Barclays und Société Générale ihre Aktivitäten eingestampft haben. Dieser Rückzug hat die Handelsfinanzierungslücke der Region vertieft, die laut Afrikanischer Entwicklungsbank mittlerweile auf jährlich 100 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.

Um diesem Mangel entgegenzuwirken, führt die Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und BII ein unfundiertes Risikobeteiligungsmodell ein. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt BII eine Absicherungsfunktion und unterstützt die Handelsfinanzierungen der Deutschen Bank über lokale Partnerinstitute. Das 150-Millionen-Dollar-Programm markiert die erste formelle Zusammenarbeit der beiden Organisationen.

Die Ankündigung fällt mit personellen Veränderungen bei der Deutschen Bank zusammen: Gerald Podobnik löst Ole Matthiessen als Co-Leiter der globalen Firmenkundensparte ab und teilt sich die Verantwortung künftig mit Michael Diederich. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Ziel der Initiative ist es, die Liquiditätsengpässe afrikanischer Unternehmen zu mildern, die zunehmend auf Vorabzahlungen für Importe angewiesen sind. Durch die Risikoteilung mit BII kann die Deutsche Bank Finanzierungen in Märkten ausweiten, aus denen sich internationale Kreditgeber zurückgezogen haben. Der Erfolg des Programms könnte darüber entscheiden, ob ähnliche Modelle übernommen werden, um die anhaltende Handelsfinanzierungslücke in Afrika zu schließen.

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