01 May 2026, 06:23

Klimaökonom Edenhofer warnt: Kraftstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise

Grafik mit der Bezeichnung "Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten", die zwei Linien zeigt: eine blaue Linie, die einen sinkenden Treibstoffpreis anzeigt, und eine grüne Linie, die einen steigenden Treibstoffpreis über die Zeit anzeigt.

Klimaökonom Edenhofer warnt: Kraftstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise

Ein führender Klimaökonom warnt vor Subventionen für Kraftstoffe als Reaktion auf die steigenden Energiepreise. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass solche Maßnahmen das Problem noch verschärfen würden. Stattdessen plädiert er dafür, die Nachfrage zu drosseln, um die Preise zu stabilisieren und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern.

Edenhofer weist darauf hin, dass Subventionen für Kraftstoffe die Nachfrage nach Öl und Gas weiter anheizen würden. Dies würde wiederum die Preise in die Höhe treiben und vor allem Exporteure außerhalb Europas begünstigen. Er stellt diesen Ansatz dem der 1970er-Jahre gegenüber, als Regierungen die Ölkrise durch Energiesparmaßnahmen und nicht durch Preissenkungen bewältigten.

Laut Edenhofer muss Europa mittelfristig seine Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas verringern. Eine sinkende Nachfrage würde dem Kontinent mehr Einfluss auf den globalen Märkten verschaffen – eine Kombination aus Klimapolitik und geopolitischer Strategie.

Anstelle pauschaler Subventionen schlägt er gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Dies würde die am stärksten Betroffenen vor den steigenden Kosten schützen, ohne die Gesamtnachfrage zu erhöhen. Zudem kritisiert Edenhofer, dass Politiker nicht frühzeitig genug betont hätten, dass der Verzicht auf fossile Brennstoffe entscheidend für die Energiesicherheit sei.

Die Warnungen des Ökonomen unterstreichen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Kraftstoffsubventionen. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Nachfrage zu senken und Bedürftige zu unterstützen, ohne die Abhängigkeit von ausländischer Energie zu verstärken. Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der Europa weiterhin unter dem Druck hoher Spritpreise und unsicherer Versorgungslagen steht.

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