16 March 2026, 10:21

Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch jeder Fünfte arbeitet außerhalb

Ein altes Kartenblatt von Preußen und Sachsen, das ihre Grenzen zeigt, auf Papier gedruckt.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch jeder Fünfte arbeitet außerhalb

Neue Zahlen zeigen einen leichten Rückgang der Pendlerzahlen in und aus Sachsen-Anhalt. Aktuell fahren etwa 148.000 Einwohner des Landes in andere Bundesländer zur Arbeit, während rund 75.700 Menschen aus anderen Regionen nach Sachsen-Anhalt pendeln. Experten führen diesen Trend auf eine schwächere Beschäftigungsentwicklung und anhaltende strukturelle Veränderungen in der Region zurück.

Im Juni 2025 arbeiteten etwa 148.000 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt außerhalb des Landes – ein Rückgang um 600 im Vergleich zum Vorjahr. Die beliebtesten Ziele der ausgehenden Pendler waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Gleichzeitig kamen rund 75.700 Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern nach Sachsen-Anhalt, vor allem aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Zusätzlich pendelten etwa 5.400 Beschäftigte aus dem Ausland ein.

Die Mehrheit derer, die das Land verlassen, sind Fachkräfte. Besonders betroffen von der Pendlerbewegung sind die Bereiche verarbeitendes Gewerbe, Einzelhandel, Kfz-Instandhaltung, Transport, Logistik und Baugewerbe. Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, nannte das verlangsamte Beschäftigungswachstum als Hauptgrund für den Rückgang.

Hinter dieser Entwicklung steckt ein anhaltender Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie. Auch strukturelle Veränderungen, darunter der Kohleausstieg, spielen eine Rolle. Investitionen wie die 124,4 Millionen Euro, die bis März 2026 für neue Gewerbegebiete im Burgenlandkreis vorgesehen sind, sollen diese Herausforderungen angehen. Bundesweit fehlen im Handwerk allein etwa 200.000 Arbeitskräfte, was viele dazu zwingt, über regionale Grenzen hinweg nach Stellen zu suchen.

Die Daten spiegeln die wirtschaftlichen Belastungen in Sachsen-Anhalt wider, wo mittlerweile jeder fünfte Erwerbstätige außerhalb des Landes arbeitet. Da die Nachfrage in Schlüsselbranchen hoch ist und die Löhne anderswo oft höher ausfallen, bleibt das grenzüberschreitende Pendeln für viele unverzichtbar. Der leichte Rückgang der Zahlen deutet auf anhaltende Anpassungsprozesse am Arbeitsmarkt hin.

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