15 April 2026, 00:29

RAW-Gelände in Berlin: Eigentümer droht mit Schließung legendärer Clubs für Neubebauung

Eine große Menschenmenge demonstriert vor einem Gebäude in Berlin und hält Schilder hoch, auf denen ein Lautsprecher auf der rechten Seite zu sehen ist.

RAW-Gelände in Berlin: Eigentümer droht mit Schließung legendärer Clubs für Neubebauung

Ungewisse Zukunft für Berlins kultiges RAW-Gelände: Eigentümer drängt auf Neubebauung

Das legendäre RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die familiengeführte Kurth-Gruppe, die das Areal seit 2015 besitzt, dort Wohnungen errichten will – trotz eines lokalen Bauverbots. Gleichzeitig droht mehreren langjährigen Clubs auf dem Gelände die Schließung, nachdem ihnen die Betriebserlaubnis entzogen wurde. Dies löst Proteste aus und stößt auf politische Unterstützung für ihren Erhalt.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Entscheidung von Kurth, den Clubs wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia die Genehmigungen zu entziehen. Ohne gültige Lizenzen bewegen sich die Betreiber nun in einer rechtlichen Grauzone. Ihre Zukunft hängt von Verhandlungen zwischen dem Eigentümer, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Clubs selbst ab.

Seit Ende letzten Jahres verweigert Kurth die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge und setzt den Bezirk damit unter Druck. Ein Entwurf für eine Vereinbarung liegt vor, der dem Unternehmen die Bebauung mit Bürogebäuden und einem Hochhaus ermöglichen würde, während soziokulturelle Räume für mindestens 30 Jahre gesichert wären. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell dieser Entwurf in einen verbindlichen Plan umgesetzt werden soll – Kurth kritisiert die Verzögerungen.

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Das Unternehmen hat eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt, um Klarheit in Sachen Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten für das Gelände zu erhalten. Als Reaktion haben Aktivisten für diesen Samstag eine Demonstration in Form einer Rave-Veranstaltung organisiert, unterstützt von SPD, Grünen und Linken. Ihr Ziel: eine Lösung erzwingen, die die kulturelle Bedeutung des RAW-Geländes bewahrt.

Für die Clubbetreiber bleibt die Situation vorerst ungewiss. Ihr Überleben hängt von einer schnellen Einigung zwischen Kurth und dem Bezirk ab – einer Einigung, die Bebauungspläne mit der langjährigen kulturellen Funktion des Geländes in Einklang bringt.

Die kommenden Wochen werden über das Schicksal des RAW-Geländes entscheiden. Wird bis zum Stichtag von Kurth keine Lösung gefunden, könnten die Clubs endgültig schließen. Der Bezirk steht derweil vor der Herausforderung, rechtliche Beschränkungen, Entwicklungsdruck und wachsenden öffentlichen Widerstand zu meistern, um das kulturelle Erbe des Ortes zu erhalten.

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