05 April 2026, 08:20

Tanktourismus explodiert: Deutsche stürmen polnische Tankstellen wegen günstigerem Sprit

Altes Schwarz-Weiß-Foto eines vollen Marktes in Tarnopol, Polen mit Menschen auf Karren und Gebäuden im Hintergrund.

Tanktourismus explodiert: Deutsche stürmen polnische Tankstellen wegen günstigerem Sprit

Polens neue Benzinpreisbremse führt zu langen Warteschlangen an Grenzübergängen und einem Run auf polnische Tankstellen

Deutsche Autofahrer, die zu Hause mit deutlich höheren Spritpreisen konfrontiert sind, tanken nun vermehrt in Polen – wo die Kraftstoffe deutlich günstiger sind. Der Ansturm folgt auf einen starken Anstieg der Spritkosten in ganz Europa, ausgelöst durch die Instabilität auf dem globalen Ölmarkt.

Noch vor Inkrafttreten der polnischen Preisobergrenzen am 1. Januar 2023 waren die Spritpreise in Deutschland stark gestiegen. Anfang 2021 kostete ein Liter Kraftstoff rund 1,50 Euro, bis Ende 2022 lag der Preis bereits bei über 2,00 Euro. Dieser Anstieg überstieg die Steigerungen in Frankreich (+45 %), Italien (+50 %) und Spanien (+55 %), während Nachbarländer wie die Niederlande und Österreich ähnliche Preissprünge von 60 bis 70 % verzeichneten.

Die polnische Regierung setzte strenge Höchstpreise fest, um die Belastung für Verbraucher zu verringern: Ein Liter Normalbenzin darf nicht mehr als 6,16 Złoty (1,44 Euro) kosten, Superbenzin ist auf 6,76 Złoty (1,58 Euro) gedeckelt, und Diesel liegt bei maximal 7,60 Złoty (1,77 Euro). Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf die wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Konflikt und dessen Auswirkungen auf die Ölpreise.

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Unterdessen führte auch Deutschland eine Regelung ein, um die Spritpreise zu stabilisieren. Seit Dienstag dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – mittags – anpassen. Die Vorschrift soll plötzliche Preissprünge verhindern und für mehr Transparenz sorgen.

Die Preisdifferenz hat bereits zu einem "Tanktourismus" geführt: Pendler aus Deutschland fahren gezielt über die Grenze, um Geld zu sparen. An polnischen Tankstellen bildeten sich am Dienstag lange Schlangen – ein deutliches Zeichen für die sofortige Wirkung der neuen Preisdeckel.

Durch die polnischen Höchstpreise ist Sprit nun deutlich günstiger als in Deutschland, was noch mehr Autofahrer anlockt, jenseits der Grenze zu tanken. Zwar könnte die deutsche Preisregelung die Schwankungen verringern, doch der Kostenunterschied wird voraussichtlich weiterhin viele zu Grenzfahrten motivieren. Beide Maßnahmen spiegeln die größeren Bemühungen wider, die steigenden Energieausgaben in Europa in den Griff zu bekommen.

Quelle