UniCredit will Commerzbank im Mai übernehmen – doch ohne volle Kontrolle
Ella WeihmannVerdi: Ablehnung der Commerzbank-Übernahme durch Unicredit - UniCredit will Commerzbank im Mai übernehmen – doch ohne volle Kontrolle
UniCredit plant formelles Übernahmeangebot für Commerzbank im Mai
Die italienische UniCredit bereitet sich darauf vor, im Mai ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank abzugeben. Die Bank hält bereits 26 Prozent an ihrem deutschen Konkurrenten und strebt an, ihren Anteil auf über 30 Prozent zu erhöhen – ohne jedoch die volle Kontrolle zu übernehmen. Unterdessen hat die Gewerkschaft Verdi vor massiven Arbeitsplatzverlusten gewarnt, sollte der Deal zustande kommen.
Die Commerzbank hat in den vergangenen Jahren tiefgreifende Umstrukturierungen durchlaufen. Allein in den letzten fünf Jahren strich das Institut rund 3.900 Stellen, vor allem in Deutschland, obwohl es solide Finanzkennzahlen vorweisen kann.
UniCredits jüngster Schritt sieht ein freiwilliges Aktientauschangebot für alle Commerzbank-Aktionäre vor. Die italienische Bank will ihren Einfluss ausbauen, betont jedoch, dass sie keine vollständige Übernahme der deutschen Bank anstrebt.
Verdi warnt seit Langem, dass eine Übernahme durch UniCredit zu "massiven Stellenabbau" bei der Commerzbank führen würde. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Unabhängigkeit der Bank der beste Weg sei, um Arbeitsplätze zu sichern. Zudem kritisierte sie UniCredit-Chef Andrea Orcel und bezeichnete seine Herangehensweise an den Deal als "unberechenbar".
Ob die geplante Übernahme gelingt, bleibt ungewiss – UniCredit will sein Angebot im kommenden Monat einreichen. Sollte der Deal erfolgreich sein, könnte er die Zukunft der Commerzbank neu prägen und Tausende Mitarbeiter betreffen. Verdi setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Bank unabhängig bleibt, um weitere Entlassungen zu vermeiden.