Hessen bleibt von "sicheren Herkunftsstaaten"-Regelung fast unberührt

Wilhelm Roskoth
Wilhelm Roskoth
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Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnenstangen, unter einem bewölkten Himmel.Wilhelm Roskoth

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Hessen bleibt von "sicheren Herkunftsstaaten"-Regelung fast unberührt

Deutschland hat zehn Länder als "sichere Herkunftsstaaten" für Asylzwecke eingestuft. Zu der Liste gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, der Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, der Senegal und Serbien. Diese Einstufung bedeutet, dass diese Staaten nach offizieller Einschätzung frei von staatlicher Verfolgung sind und ihre Bewohner vor nichtstaatlichen Bedrohungen schützen können.

In Hessen hatte diese Regelung jedoch kaum spürbare Auswirkungen. Asylanträge aus diesen Ländern blieben in den vergangenen drei Jahren durchgehend auf niedrigem Niveau und machten nur einen winzigen Bruchteil der Gesamtfälle aus.

Das deutsche Asylrecht erlaubt Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen von bis zu 18 Monaten, wobei Ausnahmen diese Frist verlängern können. Aktuelle Daten zeigen jedoch einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Verweildauer bei bestimmten Nationalitäten. Bei türkischen Staatsangehörigen stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beispielsweise von 63 Tagen im Jahr 2023 auf 226 Tage im Jahr 2025. Syrer verzeichneten einen ähnlichen Anstieg – von 66 auf 197 Tage im selben Zeitraum.

Bundesweit stiegen die Asylanträge nach 2020 stark an und erreichten 2022 aufgrund des Ukraine-Kriegs einen Höhepunkt. Der Konflikt führte zu einer hohen Zahl von Antragstellern aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine. Seitdem haben strengere EU-Grenzkontrollen und verbesserte Bedingungen in einigen Herkunftsländern zu Schwankungen in den Antragszahlen geführt.

Hessen folgte diesem Trend: Die Anträge sanken von fast 15.000 in einem Jahr auf knapp unter 8.000 im vergangenen Jahr. Trotz der Einstufung als "sichere Herkunftsstaaten" stammte in diesem Zeitraum kein einziger Prozentpunkt der hessischen Asylfälle aus einem dieser Länder.

Die Klassifizierung der zehn Länder als "sicher" hatte kaum Auswirkungen auf die Asylstatistiken in Hessen. Während sich die Aufenthaltsdauern in den Aufnahmeeinrichtungen für einige Gruppen verlängerten, bleiben die Gesamtzahlen der Anträge weiter schwankend. Die Regelung bleibt zwar bestehen, doch ihre praktische Auswirkung auf die Asylmuster ist vorerst begrenzt.

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