"Muck" wird 78: Wie ein DDR-Schlagerstar die Unterhaltung prägte und dann verschwand

Lia Junitz
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Eine Person in buntem Outfit hält ein Musikinstrument und ein Blatt mit den Worten "Das Große aktuelle Lied von Herbert Campbell" und strahlt fröhlich.Lia Junitz

"Muck" wird 78: Wie ein DDR-Schlagerstar die Unterhaltung prägte und dann verschwand

Hartmut Schulze-Gerlach, liebevoll "Muck" genannt, feierte am 19. Februar 2026 seinen 78. Geburtstag. Der ehemalige Schlagerstar und Fernsehmoderator war einst ein bekannter Name in der DDR. Seine Karriere umfasste mehr als fünf Jahrzehnte und hinterließ bleibende Spuren in der deutschen Unterhaltungsbranche.

Geboren in der DDR, wurde Schulze-Gerlach mit eingängigen Schlagermelodien und unterhaltsamen Fernsehformaten berühmt. Er komponierte oder interpretierte über 1.000 Lieder und moderierte beliebte Sendungen wie Ein Kessel Buntes, Sprungbrett und Damals war's. Diese Shows prägten das DDR-Fernsehprogramm und verbanden Musik, Comedy und Unterhaltungsnummern unter staatlicher Regie.

Nach der Wiedervereinigung 1990 veränderte sich die Medienlandschaft radikal. Die staatlich gelenkten Formate wie die von Schulze-Gerlach verschwanden und wichen kommerziellen Produktionen und Musical-Theatern. Neue Spielstätten wie Hamburgs Neue Flora oder der Musical Dome gewannen an Beliebtheit, während Jukebox-Musicals wie Ich war noch niemals in New York Künstler wie Udo Jürgens im Rampenlicht hielten. Doch nichts erreichte ganz die kulturelle Breitenwirkung der alten DDR-Programme – viele ehemalige Zuschauer aus Ostdeutschland fühlten sich entfremdet.

Mit 70 zog sich Schulze-Gerlach aus der Öffentlichkeit zurück und beendete seine Bühnen- und Fernsehkarriere. Seit 2003 lebt er mit seiner Frau Anja zurückgezogen auf einem umgebauten Bauernhof auf Rügen, der Ostseeinsel. Seine Tage füllt er mit Reisen, Lesen und Kochen – Hobbys, denen er nun nachgeht, da seine Kinder aus dem Haus sind. Zwar zeigt er sich gelegentlich in der Öffentlichkeit, etwa bei seiner 75-Jahr-Feier in MDRs Musikgeschichten oder beim Goldene Henne-Gala 2025, doch betont er, die Branche nicht zu vermissen.

Rückblickend spricht er mit Stolz, aber ohne Wehmut über seine lange Karriere. Bühne und Fernsehen, so sagt er, lägen endgültig hinter ihm.

Sein Ruhestand hat ihm einen friedvollen Alltag fernab des Scheinwerferlichts beschert. Sein Vermächtnis bleibt mit einer Ära der deutschen Unterhaltung verbunden, die nach der Wiedervereinigung verblasste. Heute führt er ein privates Leben, zufrieden mit den Erinnerungen an eine Karriere, die einst Millionen Menschen Freude bereitete.

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