Ostseebäder kämpfen gegen Bürokratie-Wahnsinn – selbst Sandburgen brauchen fünf Genehmigungen

Michael Textor
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Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand, mit einem Mann, der eine Leine in der Vordergrund hält, Bäume und Gebäude im Hintergrund und ein Tuch über einen Stuhl auf der rechten Seite, was ein Seilziehen-Wettbewerb suggeriert.Michael Textor

Fünf Behörden für Sandburgen-Event - Forderung nach Entlastung von der Verwaltung - Ostseebäder kämpfen gegen Bürokratie-Wahnsinn – selbst Sandburgen brauchen fünf Genehmigungen

Mecklenburg-Vorpommerns Ostseebäder schlagen Alarm wegen überbordender Bürokratie, die den Tourismus bedroht

Vertreter der Küstenorte kritisieren, dass selbst einfache Veranstaltungen wie Sandburgen-Wettbewerbe mittlerweile die Genehmigung mehrerer Behörden erfordern. Das Thema steht im Mittelpunkt der 29. Tagung der Ostseebäder, bei der Lösungen zur Entflechtung bürokratischer Hürden diskutiert werden sollen.

Im Rahmen der 29. Mecklenburg-Vorpommern-Tagung der Ostseebäder findet ein Workshop mit dem Titel "Die Bürokratie-Monster bekämpfen" statt. Als Redner treten unter anderem Annette Rösler, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Seebäder, und Dennis Rudolf, Leiter der Taskforce "Bündnis für Bürokratieabbau", auf. Im Fokus stehen vereinfachte Abläufe, die lokale Projekte derzeit ausbremsen.

So ist etwa die Organisation eines Sandburgen-Wettbewerbs an der Ostsee laut Angaben der Kurverwaltungen mit fünf verschiedenen Behörden abzustimmen. Kritiker bemängeln, dass solche komplexen Auflagen oft zu Absagen führen, weil die Fristen zu knapp bemessen sind. Thomas Heilmann, Direktor der Kaiserbäder auf Usedom, verdeutlichte das Problem: "Allein für die bürokratischen Hürden benötigen wir mittlerweile einen Vorlauf von sechs Monaten."

Weitere Themen der Konferenz sind der Übergang von der abtretenden Tourismus-Marketing GmbH (TMV) zu einer neuen Organisation, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sowie die Balance zwischen Küstenschutz und touristischem Wachstum. Unterdessen mussten am Donnerstag die Fährverbindungen zwischen Hiddensee und Schaprode auf Rügen wegen Niedrigwasser ausfallen, wodurch einige Teilnehmer bereits einen Tag früher anreisen mussten.

Ziel der Tagung ist es, die seit Langem bestehenden Frustrationen über bürokratische Hemmnisse im Tourismussektor anzugehen. Die Verantwortlichen hoffen, dass schlankere Verfahren lokale Unternehmen und Veranstalter entlasten. Ohne Reformen, warnen Kritiker, würden unnötige Verzögerungen weiterhin das Wachstum der Küstenregionen behindern.

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