Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten und Pharmafirmen bedeutet

Wilhelm Roskoth
Wilhelm Roskoth
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Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das "19 Millionen Amerikaner sparen geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneikosten" zeigt.Wilhelm Roskoth

Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten und Pharmafirmen bedeutet

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Preisdeckelung und die verpflichtenden Rabatte für verschreibungspflichtige Arzneimittel bis 2026 verlängert. Mit diesen Maßnahmen sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt und gleichzeitig der Zugang zu Medikamenten sichergestellt werden. Die Entscheidung folgt einer jährlichen Überprüfung und sieht Anpassungen vor, um die finanzielle Belastung der Pharmaunternehmen zu mildern.

Die Preisdeckelung und die Herstellerrabatte bestehen bereits seit Jahren; die aktuellen Regelungen gelten mindestens seit 2018. Demnach gewähren Arzneimittelhersteller einen Rabatt von 10 Prozent auf Medikamente mit Festbetrag und 15 Prozent auf andere Präparate. Ein Preismoratorium verhindert zudem Erhöhungen über die Inflationsanpassung hinaus, wobei seit Juli 2018 ein Inflationsausgleichsmechanismus für gewisse Entlastung sorgt.

Das BMG begründet die Beibehaltung dieser Kostendämpfungsmaßnahmen mit der Notwendigkeit, die Beitragssätze der Krankenversicherung zu stabilisieren. Ohne die Preisdeckelung könnte der Zusatzbeitragssatz bis 2026 auf 2,9 Prozent steigen, so die Prognosen. Allein 2024 haben die Maßnahmen der GKV Einsparungen in Höhe von 2,19 Milliarden Euro gebracht.

Das System lässt jedoch Spielräume zu: Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen von den Rabattpflichten befreit werden, etwa wenn Marktbedingungen eine unzumutbare Belastung darstellen. Zudem wurde die Preisdeckelung für Immunglobuline gelockert, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Das ALVVG-Gesetz ermöglicht darüber hinaus eine Erhöhung des Basispreises um bis zu 50 Prozent bei lebenswichtigen Kinderarzneimitteln und versorgungsrelevanten Medikamenten.

Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz sieht zudem Preisneuverhandlungen unter bestimmten Bedingungen vor – etwa bei neuen Zulassungen oder fehlenden Therapiealternativen. Diese Anpassungen sollen einen Ausgleich zwischen Kostendämpfung und Arzneimittelverfügbarkeit schaffen.

Die Verlängerung der Maßnahmen wird die finanzielle Belastung der GKV weiter verringern und den Pharmaunternehmen gewisse Entlastungen bieten. Das BMG verfolgt damit das Ziel, starke Anstiege der Krankenkassenbeiträge zu verhindern, ohne den Zugang zu essenziellen Behandlungen zu gefährden. Durch die Regelungen werden voraussichtlich Einsparungen von 170 Millionen Euro im Jahr 2025 und 79 Millionen Euro im Jahr 2026 erzielt.

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