Streit um „Eberswalder Würstchen“: Darf der Name die Region verlassen?
Streit um die Verwendung des Eberswalder-Wurst-Markenrechts zeichnet sich ab - Streit um „Eberswalder Würstchen“: Darf der Name die Region verlassen?
Ein Rechtsstreit ist um die Nutzung der Marke "Eberswalder Würstchen" entbrannt. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen ein großer Fleischproduzent und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, die darauf besteht, dass der Vorname eng mit seiner Herkunftsregion verbunden bleibt. Zur Debatte steht, ob die Marke auch außerhalb Eberswaldes genutzt werden darf, nachdem ein historisches Werk geschlossen wird.
Die Wortmarke "Eberswalder Würstchen" wurde 1987 eingetragen, um die kulinarische Tradition der Region zu schützen. Seit 1995 hält die IHK das Kollektivzeichen und schreibt vor, dass die Produktion innerhalb des Eberswalder Raums stattfinden muss. Diese Regelung soll sicherstellen, dass der Name seine lokale Herkunft und die damit verbundenen Qualitätsstandards widerspiegelt.
Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG, Teil der Zur-Mühlen-Gruppe und letztlich im Besitz des Fleischkonzerns Tönnies, betreibt derzeit das traditionelle Würstchenwerk im Ortsteil Britz. Das Unternehmen plant zwar, diesen Standort zu schließen, behauptet jedoch, die Marke "Eberswalder" weiterhin an anderen Standorten in Ostdeutschland nutzen zu dürfen. Seine Anwälte berufen sich auf ein separates Wort-Bild-Zeichen, das die Produktion auch an anderen Orten erlaube. Die IHK lehnt dies entschieden ab. Sie besteht darauf, dass nur in Eberswalde hergestellte Würstchen den Mädchennamen tragen dürfen. Um die Authentizität zu bewahren, wird die Kammer lokale Hersteller unterstützen, die die geforderten Standards erfüllen – und so sicherstellen, dass die Marke mit ihrer traditionellen Heimat verbunden bleibt.
Kern des Streits ist die Frage, ob der Name "Eberswalder" über seine regionale Verwurzelung hinauswachsen darf. Die IHK wird ihr Kollektivzeichen weiter durchsetzen und die Nutzung ausschließlich Betrieben in Eberswalde gestatten. Die EWN hingegen pocht auf ihre rechtlichen Ansprüche und will die Marke auf andere ostdeutsche Standorte ausdehnen.
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